Express-S-Bahn zum Flughafen muss zügig in Betrieb gehen

14.01.2020 – Die östliche S-Bahnanbindung zum Flughafen braucht dringend Verstärkung, da immer mehr Fluggäste mit der Bahn anreisen und die Pendlerströme nach Unterföhring und Ismaning stetig wachsen. Die vom Freistaat frühestens 2021 geplante „Express-S-Bahn light“ mit zusätzlichen Zügen im 40 Minuten-Takt, die nach dem Ostbahnhof nur noch an den Bahnhöfen Leuchtenbergring, Unterföhring und Ismaning halten, sind schon einmal eine erste Verbesserung.

„Wir brauchen kurzfristig eine Express-S-Bahn, die genauso häufig wie die bestehende S8 fährt, damit ab Ostbahnhof ein 10-Minuten-Takt in Richtung Flughafen existiert. Der Probebetrieb im Sommer 2018, als die Freisinger Bahnstrecke erneuert wurde und die S1 als Express-S18 über Unterföhring zum Flughafen verlängert wurde, zeigte, was bereits jetzt möglich wäre“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.

Die S18 funktionierte 2018 jedoch nur, weil Güterzüge umgeleitet wurden oder diese länger pausierten. Das Nadelöhr ist der Streckenabschnitt Leuchtenbergring-Englschalking, auf dem sich die S-Bahn die Gleise mit dem Güterverkehr teilen muss. Auf eine endgültige Entscheidung von Freistaat und Stadt, ob dieser Streckenabschnitt in 15 Jahren oder später in einen Trog oder Tunnel verlegt wird, darf nicht abgewartet werden. Auch ist es dringend nötig, für den vom künftigen Brenner-Basistunnel kommenden zusätzlichen Güterverkehr eine andere Umfahrung von München in Richtung Norden zu finden als hier quer durch den Münchner Osten. Ein Warten auf die zweite Stammstrecke ist nicht nötig, da eine
Express-S-Bahn keine zusätzlichen Züge in die Innenstadt benötigt.

Die Flughafen-S-Bahn sollte künftig auch in Berg am Laim am SZ-Hochhaus halten, wo sie aktuell mangels Bahnsteigen durchfährt. Um den Fahrplan nicht aus dem Takt zu bringen, könnte die reguläre S-Bahn beispielsweise weiterhin nur am Leuchtenbergring halten, während die neue Express-S-Bahn nur in Berg am Laim stoppen würde. Dieser S-Bahn-Halt ist ideal mit Tram und Bus erschlossen. Die östlichen Bezirksausschüsse haben sich bereits positiv für diesen Halt ausgesprochen.

Hohe Verwechslungsgefahr bei neuen MVV-Streifenkarten

19.12.2019 – Bei der seit Sonntag gültigen MVV-Tarifreform wurde für Jugendliche von 15 bis 20 Jahren („U21“) eine eigene Streifenkarte für 7,70 Euro (10 Streifen) eingeführt. Diese ist um 45 Prozent günstiger als die Streifenkarte für Erwachsene (14 Euro). Beide Streifenkarten sind jedoch leider optisch nahezu identisch, denn sie kommen im Automaten von der gleichen blauen Papierrolle. Lediglich im Kopfbereich wird bei der Karte für die Jugendlichen der Zusatz „U21 (15-20 Jahre)“ sowie der andere Preis aufgedruckt.

„Wir sehen hier eine hohe Verwechslungsgefahr für die Fahrgäste“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Wenn beispielsweise Eltern versehentlich die U21-Karte der Tochter nutzen, kann das schnell 60 Euro zusätzlich kosten.“ Die Aktion Münchner Fahrgäste fordert deshalb eine bessere optische Unterscheidung zwischen den beiden Streifenkarten-Arten. Beispielsweise dass auf jeden Streifen der Jugendlichen-Karte im leichten Grauton U21 aufgedruckt wird. „Auch im geknickten Zustand muss man den Unterschied jederzeit erkennen können“, so Hofmeir abschließend. Für Streifenkarten in komplett unterschiedlichen Farben wie früher bei der längst abgeschafften roten Kinder-Streifenkarte ist in den kleineren Verkaufsautomaten kein Platz.

Hintergrundinformation:
Deshalb wurde die U21-Streifenkarte eingeführt:
Die bis 14.12.2019 gültige U21-Regel, „die Hälfte der Erwachsenen-Steifen“ zu stempeln, funktioniert im neuen Tarifsystem nicht mehr, da Erwachsene je nach Fahrtziel nun auch eine ungerade Anzahl an Streifen stempeln müssen. Für die Zonen M und 1 beispielsweise 3 Steifen. Die Hälfte wären 1,5 Streifen, das ist nicht zu stempeln. Bei der neuen U21-Streifenkarte stempeln Jugendlichte nun die gleiche Anzahl an Steifen wie Erwachsene, nur eben auf einer eigenen, 45% günstigeren Streifenkarte. Kinder bis 14 Jahre nutzen wie bisher die Erwachsenen-Streifenkarte.

Nach 15 Jahren endlich Bahnsteigtüren-Test bei der Münchner U-Bahn

02.08.2019 – Die MVG hat am Freitag ein großes Digitalisierungsprojekt für die Münchner U-Bahn angekündigt. Eine neue, beim ICE bewährte Steuerungstechnik soll ab 2023 Abschnitt für Abschnitt eingebaut werden und Taktfolgen von 2 Minuten sowie später auch fahrerlose U-Bahnen ermöglichen. Im U3-Bahnhof Olympiazentrum sollen ab 2023 an einem der vier Gleise Bahnsteigtüren getestet werden.

Seit über 10 Jahren fordern die Aktion Münchner Fahrgäste zusammen mit Ex-CSU-Stadtrat Georg Kronawitter (sein Stadtratsantrag war am 14.8.2008, Link siehe unten) die Erprobung von Bahnsteigtüren. In 4 Jahren wird nun endlich der erste Test starten.

„Leider nehmen die Unfälle an den Bahnsteigen kontinuierlich zu, die sich durch Bahnsteigtüren verhindern ließen“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Alkoholeinfluss und Ablenkung durch das Smartphone sind die häufigsten Gründe für einen Sturz ins Gleisbett. Bahnsteigtüren helfen auch, dass die jüngsten Bahnsteig-Attentate bei der Bahn keine Fortsetzung auch im Münchner Untergrund finden“, so Hofmeir weiter.

Die fest montierten Bahnsteigtüren werden kompatibel zu den Türabständen der neuen C-Züge sein. Sollte es zum streckenweisen Einbau ab 2025 oder später kommen, müssen die alten A- und B-Züge der U-Bahn bis dahin ersetzt sein.

14.8.2008: Stadtratsantrag zu Bahnsteigtüren:
https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/ris_antrag_dokumente.jsp?risid=1496807

Radschnellweg: ÖPNV muss weiterhin erste Priorität haben

17.07.2019 – Am Donnerstag-Nachmittag wird der Stadtrat im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung voraussichtlich den Radschnellweg von der Innenstadt über die Ludwig-/Leopoldstraße in den Münchner Norden beschließen. Hierbei steht auch zur Diskussion, ob dem Radverkehr eine „Grüne Welle“ eingerichtet werden soll. Dies würde die bisherigen Beschleunigungsmaßnahmen bei Trambahn und Bus ausbremsen.

„Der ÖPNV muss weiterhin höchste Priorität bei den Ampelschaltungen haben“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. Wer mit Trambahn und Bus fährt, entlastet die Straßen. „Selbstverständlich brauchen wir bessere Fahrradrouten, aber noch viel wichtiger ist der schnelle Ausbau des ÖPNV“, so Hofmeir weiter. „Wir brauchen kürzere Takte und weitere Trambahn- und Busstrecken.“ Eine Trambahn mit beispielsweise 100 Fahrgästen muss an der Ampel weiterhin erste Priorität haben.

Warnstreik bei der MVG ist unverhältnismäßig

08.07.2019 – Die Aktion Münchner Fahrgäste hat Verständnis für die Lohnverhandlungen der Fahrer, man hätte in der aktuellen Situation aber nicht gleich zu einem Komplett-Streik aufrufen müssen.

Für Dienstag, den 9. Juli, wurde von Verdi ein Warnstreik bei der MVG angekündigt, der von Betriebsbeginn (3.30 Uhr) bis in den frühen Nachmittag (vsl. 14.30 Uhr) gehen soll. Anlass sind die laufenden Verhandlungen zum Haustarifvertrag. Es sollen U-Bahn, Bus und Trambahn komplett bestreikt werden. Die Fahrgäste können nur auf die nicht bestreikte S-Bahn sowie auf von privaten Kooperationspartnern betriebene Busse ausweichen. Bei der Trambahn will die MVG erst einmal die Linien 19 und 20 mit Zügen beschicken.

„Für die Fahrgäste kommt dieser Komplett-Streik aus heiterem Himmel und wird die Stadt am Dienstag in hohem Maße lähmen“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Bei noch laufenden Gesprächen zwischen Gewerkschaft und MVG erscheint uns Fahrgästen ein solcher Komplettstreik als unverhältnismäßig.“ In der Vergangenheit wurden zum Streikauftakt lediglich einzelne Verkehrsmittel (z. B. nur U-Bahn) bestreikt, Fahrgäste konnten dann noch ausweichen. Leidtragende werden am Dienstag vor allem Zeitkarten-Kunden sein, die bereits vorausbezahlt haben.