Nach 15 Jahren endlich Bahnsteigtüren-Test bei der Münchner U-Bahn

02.08.2019 – Die MVG hat am Freitag ein großes Digitalisierungsprojekt für die Münchner U-Bahn angekündigt. Eine neue, beim ICE bewährte Steuerungstechnik soll ab 2023 Abschnitt für Abschnitt eingebaut werden und Taktfolgen von 2 Minuten sowie später auch fahrerlose U-Bahnen ermöglichen. Im U3-Bahnhof Olympiazentrum sollen ab 2023 an einem der vier Gleise Bahnsteigtüren getestet werden.

Seit über 10 Jahren fordern die Aktion Münchner Fahrgäste zusammen mit Ex-CSU-Stadtrat Georg Kronawitter (sein Stadtratsantrag war am 14.8.2008, Link siehe unten) die Erprobung von Bahnsteigtüren. In 4 Jahren wird nun endlich der erste Test starten.

„Leider nehmen die Unfälle an den Bahnsteigen kontinuierlich zu, die sich durch Bahnsteigtüren verhindern ließen“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Alkoholeinfluss und Ablenkung durch das Smartphone sind die häufigsten Gründe für einen Sturz ins Gleisbett. Bahnsteigtüren helfen auch, dass die jüngsten Bahnsteig-Attentate bei der Bahn keine Fortsetzung auch im Münchner Untergrund finden“, so Hofmeir weiter.

Die fest montierten Bahnsteigtüren werden kompatibel zu den Türabständen der neuen C-Züge sein. Sollte es zum streckenweisen Einbau ab 2025 oder später kommen, müssen die alten A- und B-Züge der U-Bahn bis dahin ersetzt sein.

14.8.2008: Stadtratsantrag zu Bahnsteigtüren:
https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/ris_antrag_dokumente.jsp?risid=1496807

Radschnellweg: ÖPNV muss weiterhin erste Priorität haben

17.07.2019 – Am Donnerstag-Nachmittag wird der Stadtrat im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung voraussichtlich den Radschnellweg von der Innenstadt über die Ludwig-/Leopoldstraße in den Münchner Norden beschließen. Hierbei steht auch zur Diskussion, ob dem Radverkehr eine „Grüne Welle“ eingerichtet werden soll. Dies würde die bisherigen Beschleunigungsmaßnahmen bei Trambahn und Bus ausbremsen.

„Der ÖPNV muss weiterhin höchste Priorität bei den Ampelschaltungen haben“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. Wer mit Trambahn und Bus fährt, entlastet die Straßen. „Selbstverständlich brauchen wir bessere Fahrradrouten, aber noch viel wichtiger ist der schnelle Ausbau des ÖPNV“, so Hofmeir weiter. „Wir brauchen kürzere Takte und weitere Trambahn- und Busstrecken.“ Eine Trambahn mit beispielsweise 100 Fahrgästen muss an der Ampel weiterhin erste Priorität haben.

Warnstreik bei der MVG ist unverhältnismäßig

08.07.2019 – Die Aktion Münchner Fahrgäste hat Verständnis für die Lohnverhandlungen der Fahrer, man hätte in der aktuellen Situation aber nicht gleich zu einem Komplett-Streik aufrufen müssen.

Für Dienstag, den 9. Juli, wurde von Verdi ein Warnstreik bei der MVG angekündigt, der von Betriebsbeginn (3.30 Uhr) bis in den frühen Nachmittag (vsl. 14.30 Uhr) gehen soll. Anlass sind die laufenden Verhandlungen zum Haustarifvertrag. Es sollen U-Bahn, Bus und Trambahn komplett bestreikt werden. Die Fahrgäste können nur auf die nicht bestreikte S-Bahn sowie auf von privaten Kooperationspartnern betriebene Busse ausweichen. Bei der Trambahn will die MVG erst einmal die Linien 19 und 20 mit Zügen beschicken.

„Für die Fahrgäste kommt dieser Komplett-Streik aus heiterem Himmel und wird die Stadt am Dienstag in hohem Maße lähmen“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Bei noch laufenden Gesprächen zwischen Gewerkschaft und MVG erscheint uns Fahrgästen ein solcher Komplettstreik als unverhältnismäßig.“ In der Vergangenheit wurden zum Streikauftakt lediglich einzelne Verkehrsmittel (z. B. nur U-Bahn) bestreikt, Fahrgäste konnten dann noch ausweichen. Leidtragende werden am Dienstag vor allem Zeitkarten-Kunden sein, die bereits vorausbezahlt haben.

Keine alleinige Fokussierung auf zweite Stammtrecke + U9

02.07.2019 – Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn Dr. Richard Lutz haben heute zu den Bauverzögerungen bei der 2. S-Bahn-Stammstrecke sowie zur Finanzierung der neuen U-Bahnlinie U9 informiert.

Wie befürchtet, wird sich die Fertigstellung der neuen S-Bahn-Röhre bis 2028 verspäten – sofern keine weiteren Komplikationen eintreten.

Die Aktion Münchner Fahrgäste fordert die Politik auf, beim ÖPNV-Ausbau endlich von der Fokussierung auf die beiden Tiefbauprojekte abzurücken. „Wir können nicht bis 2030 warten, dass auch wieder andere Projekte in Angriff genommen werden“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste.

Die Fahrgastzahlen steigen Jahr für Jahr in rasanten Schritten, die Fahrpreisreform im Dezember wird einen massiven weiteren Anstieg hervorrufen.

Die Infrastruktur von U-Bahn (2. Betriebshof im Süd-Osten), Trambahn (weitere Strecken, Taktverdichtungen, 2. Betriebshof) sowie Bussen (weitere Priorisierung durch Busspuren, Taktverdichtungen, neue Linien) muss jetzt in Angriff genommen werden. Auch auf den S-Bahn-Außenstrecken warten viele Nadelöhre seit Jahren auf eine Beseitigung. „Nach der nächsten Kommunalwahl sollte es deshalb im Münchner Rathaus auch ein eigenes (Nah-)Verkehrsreferat geben“, so Hofmeir weiter.

Smartphone-Ladenstellen in Dieselbussen erhöhen Spritverbrauch

21.06.2019 – In der Rathaus-Umschau vom 21.6. wird eine Stadtratsanfrage zum Thema „Bus mit USB-Stecker – Handyladen im ÖPNV in München“ beantwortet.

Die Aktion Münchner Fahrgäste befürwortet die Einrichtung von Smartphone-Ladestellen beim öffentlichen Nahverkehr. Nutzer von Handy-Tickets können so ihr Mobiltelefon wieder aufladen, bevor sich der eventuell schwache Akku samt Handyticket verabschiedet.

Absolut falsch finden wir jedoch die priorisierte Einführung von USB-Ladebuchsen in Dieselbussen. Jeder Autofahrer weiß, dass zusätzliche elektrische Verbraucher den Spritverbrauch unnötig erhöhen. Die Fahrgäste sind sich wahrscheinlich nicht bewusst, dass in diesem Falle der Ladestrom aus fossilem Diesel erzeugt wird.

Viel sinnvoller wäre die Einführung von Ladepunkten an den Haltestellen, die aufgrund der Leuchtreklamen sowieso schon über eine erdgebundene Stromleitung verfügen. Und natürlich in S-Bahn, U-Bahn und Trambahn. Hier wäre „grüner“ Ladestrom aus regenerativen Quellen möglich.