Ausmaß des heutigen Trambahn-Unfalls wäre bei einem vernünftigen Streckennetz weitaus geringer

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 21.08.1997 (08/1997)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

 

Der heutige Trambahn-Unfall im Bereich Hauptbahnhof-Nord hat wieder einmal gezeigt, daß Einsparungen durch Stillegungen von Trambahn-Umleitungsstrecken oder Abzweigweichen nichts bringen. Wären die früher vorhandenen Umfahrungsstrecken oder Wendeschleifen noch in Betrieb, wäre der Fahrbetrieb während der mehrstündigen Sperrung des Bereichs Hauptbahnhof Nord weitaus weniger behindert worden.

Die Fakten:

  • Mit der vor gut zwei Jahren stillgelegten nur 300 Meter langen Betriebsstrecke in der Karlstraße (zwischen Barerstr. und Dachauer Str.) hätten die Linien 20 und 21 während der Sperrung alle Haltestellen bis auf Hauptbahnhof und Hauptbahnhof Nord anfahren können. Mit dem heutigen reduzierten Netz bleibt nur die großräumige Umfahrung ab Leonrodplatz über Nordbad und Kurfürstenplatz.
  • Beim Bau der Linie 17 hätte man auch mindestens eine zusätzliche Gleisverbindung durch die Paul-Heyse-Unterführung (als Schleife um den kompletten Hauptbahnhof) wieder – wie bis in die 70er Jahre vorhanden – aktivieren müssen. So könnte die Linie 17 bei Bedarf auf die Bayerstraße, die Linien 18 und 19 bei einem Unfall ab Holzkirchner Bahnhof in die Arnulfstraße ausweichen.
  • Derzeit besteht bei einer Sperrung einer Innenstadtstraße keine Wendemöglichkeit für die aus dem Westen kommenden Linien 18 und 19. Hier wäre eine Wiederinbetriebnahme und Umbau der noch vorhandenen sogenannten Wies´nschleife sinnvoll.
  • Alle in München fahrenden Trambahnzüge sind seit 1993 nur noch in einem Depot (Einsteinstraße) untergebracht. Während des Unfalles vor einigen Tagen in der Einsteinstraße war dadurch der komplette Trambahnbetrieb in den Morgenstunden gestört. Eine zweite Abstellhalle (vielleicht mit reduziertem Werkstattbetrieb) im Münchner Westen könnte den Trambahnbetrieb wieder sicherer gegen Störungen machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.