Verkehrspolitik muß wieder im Rathaus gemacht werden

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 28.12.1999 (18/1999)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Das ist zuviel: Der MVV muß seine Fahrpreise um 6% erhöhen, die SWM-Verkehrsbetriebe wollen drastisch die Leistungen einschränken und wir werden mit Firlefanz wie einem neuen Farbschema für die Trambahn mit ‚frischem Blau und Aluweiß‘ belästigt.

Wo liegt die Ursache? Bisher war der Werkausschuß für das Angebot der Linienverkehrsmittel in München zuständig und mußte seine Entscheidungen in der Öffentlichkeit fällen. Es war schon schwierig genug mit der MVV-GmbH, die von der Politik nur über den Oberbürgermeister erreicht werden konnte. Jetzt gibt es aber die SWM-GmbH und keiner ist politisch so richtig für den Linienverkehr zuständig. Das kann nicht so bleiben, solange ein ganz erheblicher Anteil über unsere Steuergelder finanziert wird. Die SWM-Verkehrsbetriebe müssen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und zu marktfähigen Preisen Transportleistungen erbringen. Die Politik muß sagen, wieviel und wo in München mit Bus und Bahn gefahren wird.

Genauso wenig wie wir das Farbschema ‚lila Kuh‘ akzeptieren, werden wir uns eine Taktverschlechterung bei U-Bahn, Trambahn und Bus gefallen lassen. Gerne können wir ein Bürgerbegehren zu diesem Thema betreiben. Wir glauben nicht, daß sich die Münchner mit noch weniger Linienverkehr zufrieden geben werden. Die zuerst zuständigen Bezirksausschüssen werden sicher sehr kritisch die Verschlechterungen prüfen müssen. Damit es ganz klar wird: Wir wollen keine heiße Luft transportieren. Aber der 10-Minuten-Takt ist schon kein feudales Angebot. Die Attraktivität des Gesamtsystems MVV kann mit immer schlechterem Angebot soweit gesenkt werden, bis gar keiner mehr damit fährt. Und das will sicher niemand.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Nagel

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