Garantie ohne Wert

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 04.04.2000 (11/2000)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Wird beim MVV die Zweiklassengesellschaft eingeführt? Einmal Fahrgäste, die bei der S-Bahn ohne zu Murren warten müssen, und einmal U-Bahnfahrgäste, die mit einer vermeintlichen Verspätungsgarantie fahren? Es ist dringend notwendig, daß Maßnahmen für einen pünktlichen und zuverlässigen Betrieb ergriffen werden. Das größte Sorgenkind ist dabei die S-Bahn. Grundsätzlich ist es auch begrüßenswert, wenn sich ein Verkehrsunternehmen, wie hier die SWM-Verkehrsbetriebe, an der eigenen Nase packt und eine Pünktlichkeitsgarantie gibt. Aber eine Garantie, bei der wesentliche Faktoren wie Falschparker und schlechtes Wetter, also alle äußeren Störenfriede, ausgeschlossen sind, ist nicht viel wert. Und an den Verwaltungsaufwand, der für die Fahrgelderstattung notwendig ist, möchten wir lieber gar nicht denken.

Die MVV-Verkehrsmittel eignen sich nicht für parteipolitische Süppchen. Es ist nur von komödiantischem Wert die Vor- und Nachteile einer S(toiber)-Bahn und einer U(de)-Bahn zu erörtern, denn bezahlt wird beides von unserem Steuer- und Fahrgeld. Daß die jeweiligen Aufgabenträger, die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern, ihre Fahrgäste unterschiedlich behandeln wollen ist kein zukunftsweisender Weg! Richtig ist es jedenfalls nicht, Fahrgäste im MVV einmal mit und einmal ohne Garantie fahren zu lassen.

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