Zockt der MVV uns ab??? Kassieren die Automaten vorzeitig jetzt mehr?

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 31.05.2001 (06/2001)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Die MVV-Tariferhöhung ab 10. Juni 2001 ist ein kräftiger Griff in die Taschen der Fahrgäste. Besonders deshalb, weil es keine große Angebotsverbesserung gibt. Völlig überzogen ist die Erhöhung der Streifenkarte um 10 Prozent. Dies trifft die treuen Kunden, die zum Beispiel weil sie älter sind, nicht mehr so oft fahren müssen. Es trifft die Dauerkunden, die in ihrer Freizeit einmal die gewöhnlich befahrenen Ringe verlassen wollen. Dieser Tarifsprung ist schlicht zu hoch. Auch wenn sich der zuständige Minister und der Oberbürgermeister sehr schnell einig waren.

So richtig als Abzocker erscheint uns der MVV, wenn wir im Tarifheft 2001 auf Seite 14 lesen: ‚Die Änderungen für die Zeitkarten mit Geltungsdauer für eine Kalenderwoche treten ab Montag, 11. Juni 2001, in Kraft.‘ Die Automaten verkaufen aber die Wochenkarte heute schon zum neuen Preis für die kommende Woche vom 4. bis 10.Juni 2001. (Wir haben es bei zwei verschiedenen Verkehrsunternehmen ausprobiert.)

Und dann diese ärgerliche Aufbrauchfrist: Die alten Fahrkarten werden am 31. August 2001 ungültig – und wer sie nicht verbraucht hat kann sie sogar für die ‚kleine‘ Gebühr von 3 Mark zurückgeben. Aber natürlich nur am Hauptbahnhof und an der Poccistraße. Im MVV-Kundencenter am Marienplatz ist es nicht möglich.

Auch wenn mit der neuen Tageskarte XXL eine preiswertere Möglichkeit für die Ringe 5 und 6 angeboten wird, so macht dies den Tarif wieder einmal total kompliziert: Für Einzelfahrkarten gab es bisher nur Zonen, den Innenraum, den Außenraum und das Gesamtnetz, für Zeitkartenkunden gab es Ringe. Und das wird jetzt bei XXL gemischt. Das ist den Kunden nicht leicht zu erklären.

Viele bereits in der Vergangenheit vorgetragenen Punkte bleiben weiter unerledigt:
* Zeitkarten mit Beginn der Gültigkeit an jedem Tag statt nur am Wochenanfang und Monatsanfang (oder Tanken Sie nur immer montags?)
* 24-Stundenkarte statt Tageskarte
* Ungerechtigkeit beim Überfahren von Zonengrenzen (2 Bahnhöfe sind eine Kurzstrecke zu 2 Mark, ab dem dritten Bahnhof ist es eine 2-Zonenfahrt zu 8 Mark)
* Streifenkarte muß wieder 12 Streifen haben( statt 10 oder 11), damit es auch durch 4 (für zwei Zonen) teilbar ist

Wenigstens ist die Überschrift des Prospektes passend:
MÜNCHEN WUNDERBAR.
Wir können uns nur wundern.

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