Kein Ärger mit der MVV-Eurotarifumstellung! Beibehaltung des Streifenkartenverkaufs im Stadtbus!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 13.01.2002 (01/2002)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

1. MVV-Fahrkartenautomaten akzeptieren teilweise nur D-Mark

Was wir bemängeln:
Es gibt noch MVV-Bahnhöfe an denen nur ein Fahrkartenautomat vorhanden ist und der nimmt nur D-Mark an. Damit ist es den Fahrgästen nicht möglich mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel Euro einen Fahrschein zu erwerben. Es wurde den Fahrgästen geraten, am nächsten Bahnhof auszusteigen und sich dort einen Fahrschein zu erwerben. Ein unerträglicher Zustand, auch wenn es sich nur noch um etwa 20 Bahnhöfen handelt.

Was wir fordern:
Wie bei allen Störfällen an einem Fahrkartenautomaten kann dieser Umstand nicht zum Nachteil des Fahrgastes gereichen. Es ist niemand zuzumuten, insbesondere bei den teilweise langen Taktzeiten der S-Bahn, den nächsten Zug abzuwarten um nach einer Kaufmöglichkeit zu suchen. Wir haben uns mit der Geschäftsführung der S-Bahn München GmbH verständigt, die uns eine fahrgastfreundliche Handhabung des Problems versprach. (Wir verkennen nicht das Problem, daß ein kleiner Teil der Fahrgäste versuchen könnte, eine Beförderung zu erschleichen. Wir sind aber der Ansicht, daß es meistens möglich ist, den Wahrheitsgehalt der Angaben zu überprüfen. Im Zweifelsfall muß zu Gunsten des Fahrgastes entschieden werden.) Wir erwarten aber an den entsprechenden Bahnhöfen einen schriftlichen Hinweis, damit kein Fahrgast ein schlechtes Gewissen haben muß. Die Umstellung der Fahrkartenautomaten muß natürlich schnellstmöglich erfolgen.

2. Wegfall des MVV Streifenkartenverkaufs im Stadtbus

Was wir bemängeln:
Es ist schon ein altes Ärgernis bei den Trambahnen: Es gibt keinen Streifenkartenverkauf mehr. Hintergrund ist die Einführung von mobilen Fahrkartenautomaten. Die Streifenkarte mit derzeit 10 Streifen kann zu Kurzstreckenfahrten (1 Streifen) oder zu Zonenfahrten (mit jeweils 2 Streifen pro Zone) genutzt werden. Sie bietet dem Fahrgast einen Rabatt von 10 Prozent. Im Rahmen der Euroumstellung wurde der Verkauf von Streifenkarten im Stadtbus (betrieben von der MVG) eingestellt. Die Streifenkarte ist die beliebteste Fahrkartenart des MVV, wie folgende Tabelle zeigt:

Tarifarten mit Anteil in Prozent
Streifenkarten: 28,01
Monatskarten: 22,39
Wochenkarten: 8,80
Grüne Karte: 6,68
Sondertarife: 6,67
Einzelfahrkarten: 6,58
Ausbildungstarif II: 6,44
Tageskarten: 6,25
Seniorenkarten: 5,64
Ausbildungstarif I: 2,06
Jahreskarten: 0,39
Sonstiges: 0,09

Verkaufsergebnisse – Beförderungsentgelte (Quelle: MVV)

Im Jahr 2000 wurde die Streifenkarte 15,406 Millionen mal verkauft und brachte 118,16 Millionen Euro in die Kasse des MVV.

Es kann nicht sein, daß es im Belieben eines Verkehrsunternehmens liegt, welche Fahrscheine es verkauft. Die Euroumstellung wurde zur Einstellung des Streifenkartenverkaufs im Stadtbus mißbraucht. Vom Wegfall des Streifenkartenverkauf sind besonders ältere Menschen betroffen, die häufig aber nicht ständig den MVV benutzen.

Die Kombination von Kurzstreckenfahrt mit Zonenfahrt wird sehr häufig genutzt.

Was wir fordern:
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine fahrgastfreundliche Lösung zu finden:

a) Die Fahrkartenautomaten werden für den Verkauf von Streifenkarten ertüchtigt. Dies wäre die beste Lösung, denn es herrschen überall einheitliche Bedingungen und alle Verkehrsmittel sind gleichberechtigt. Die Kundenbindung bleibt erhalten. Die Änderung wird allerdings eine gewisse Zeit erfordern und kostet Geld.

b) 10 Prozent Rabatt auf alle Einzelfahrkarten in Trambahn und Bus. Eine Lösung die sich sehr schnell realisieren läßt. Allerdings gibt es keine Kundenbindung, was eines unserer verkehrspolitischen Ziele ist und es gibt gewisse Einnahmeausfälle. Es wäre aber auch ein Ausgleich für die im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln schlechtere Beförderungsqualität beim Bus (Keine beschleunigten Linien, Fahrkomfort).

c)Ausgabe von der entsprechenden Anzahl von Einzelfahrkarten zum Preis der Streifenkarte. Eine Lösung bei der die Kundenbindung erhalten bleibt, die gerecht ist und sich schnell realisieren läßt. Allerdings wird der Überblick über die MVV-Tarife erschwert. Grundsätzlich gilt:

Alle MVV-Fahrkarten müssen unabhängig vom Verkehrsmittel zu erwerben sein. Der Tarif muß einfach und übersichtlich werden.

Was wir tun:
Wir sprechen Oberbürgermeister Christian Ude an, der la in der glücklichen Position ist, sowohl Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des MVV, sowie des Aufsichtsrates der Stadtwerke München zu sein.
Wir wenden uns an die Regierung von Oberbayern, die den Tarif genehmigt hat und bemängeln die Ungleichbehandlung der Fahrgäste.
Wir informieren die Landräte deren Landkreise Gesellschafter des MVV sind und die Münchner Stadträte.

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