MVV-Fahrgäste über neuen Rabatt schlecht informiert

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 03.04.2002 (06/2002)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Noch sind die mit großem Aufwand betriebenen Werbekampagnen um neue und alte Logos im Münchner Nahverkehr in guter Erinnerung. Anscheinend ist jetzt alles Geld verpulvert, denn die Informationen über den Rabatt (MVV-amtlich: Preisvorteil) beim elektronischen Bezahlen des Einzelfahrscheines werden den Fahrgästen nicht näher gebracht. Kein Plakat, kein Aufkleber ist zu finden. Soll es ein Angebot sein, das die Kunden, die die Streifenkarte vermissen, beruhigt, aber nicht zu Einnahmeverlusten führt. Oder ist es nur die übliche Trägheit?

Ganz besonders ärgerlich ist, daß einige Busse immer noch nicht mit Automaten ausgestattet sind. Auch hier geht es natürlich zu Lasten des Kunden, der hat eben Pech gehabt. Und ganz wenige Busse sind es nicht.

Grundsätzlich begrüßen wir die Einführung des Rabattes. Wenn es auch keine Kundenbindung wie bei der Streifenkarte gibt und es schon mühsam ist, jedes Mal einen neuen Fahrschein kaufen zu müssen. Wir bezweifeln auch ob es eine gute Lösung für die wichtige Gruppe der älteren Menschen ist. Aber wir werden die weitere Entwicklung sorgfältig prüfen.

Nachdem in den Stadtbussen beinahe 30 Jahre lang die Streifenkarte verkauft wurde, war es schon besonders geschickt, zuerst den Streifenkartenverkauf einzustellen und dann nach 3 Monaten mit der elektronischen Lösung zu kommen.

Im Internetangebot des MVV haben wir keine Hinweise auf die Sparmöglichkeit gefunden. Die MVG informiert darüber, wobei es für alle Fahrgäste, die keinen Geld-Karten-Chip haben schwierig ist, die kostengünstigste Lösung zu finden. Der Chip und das Aufladen ist nämlich nicht immer kostenlos.

Wir haben uns bei einigen Münchner Banken und Sparkassen umgehört – und folgende Auskünfte erhalten:

Advance Bank
Die Kunden sind vor allem Fondsanleger. Eine GeldKarten-Funktion wird nicht angeboten. Eine Aufnahme wird jedoch derzeit geprüft.

Deutsche Bank
Geldkarte kann als extra Karte für 2,56 Euro im Jahr bestellt werden. Bei Jugendkonten kostenlos.

Dresdner Bank
Geldkartenchip wird nicht mehr angeboten

HypoVereinsbank
Geldkartenfunktion wird derzeit nicht angeboten. Geldkarte wird nicht mehr ausgegeben, weder einzeln noch in Kombination auf einer EC-Karte. Das Projekt wurde bei dieser Bank mangels Kundennachfrage eingestellt.

Kreissparkasse München-Starnberg
EC-Karte ist auch GeldKarte.

Münchner Bank/Genossenschaftsbanken
GeldKarten-Chip ist automatisch auf der EC-Karte.

Postbank
GeldKarten-Chip ist automatisch auf der EC-Karte.

Sparda Bank
Geldkarte ist automatisch auf der EC-Karte.

Stadtsparkasse München
Jede EC-Karte ist mit dem GeldKarten-Chip ausgestattet. Die Kundenkarte zum Teil auch. Etwa 75 Prozent der Kunden haben den Chip.

Unsere aktuellen Informationen erhält man im Internet unter www.fahrgaeste.de, weitere Informationen auch unter www.m-card.de und www.cardetc.de.

Wir fordern eine schnelle und gerechte Lösung für die Fahrgäste in Stadtbussen ohne Automat und vernünftige Informationen für Fahrgäste, die noch nicht ‚online‘ sind.

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