10 Jahre König im Münchner Linienverkehr

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 01.10.2002 (09/2002)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am 1. Oktober 1992 übernahm Herbert König Verantwortung für die städtischen Verkehrsbetriebe in München. Mit seiner Berufung nach München waren vielen Hoffnungen für den Ausbau des Linienverkehrs und insbesondere der Trambahn verbunden. In der Zeit davor wurde über ein Jahrzehnt gestritten, ob der Betrieb einer Trambahn in München für die Zukunft sinnvoll und wirtschaftlich machbar ist. Einen Schlußstrich unter diese Diskussion zog der Münchner Stadtrat mit dem einstimmigen Beschluß zum Erhalt und Ausbau der Trambahn (13. März 1991). Um diesen Beschluß umzusetzen wurde ein neuer Mann an die Spitze der Verkehrsbetriebe gestellt. Und der Auftrag an König lautete: Wiederinbetriebnahme zuvor eingestellter Strecken und Realisierung von Neubaustrecken.

Nun können wir eine Bilanz über 10 Jahre ziehen:

Kein Meter Neubaustrecke. Die erste Amtshandlung von König bestand darin, den Stadtratsbeschluß für einen Weiterbetrieb der Tram 26 zum Lorettoplatz in einen Stillegungsbeschluß umzuwandeln und diesen sofort umzusetzen. Es wurden ca. 600 Meter ‚Neubaustrecke‘ für die Tram 18 gebaut und gefeiert, die allerdings zuvor schon einmal abgebaut worden waren. Die Tram 17 wurde sehr erfolgreich wieder in Betrieb genommen. Ein Erfolg für Fahrgäste und Verkehrsbetriebe. Der Anlauf für die auch heute noch dringend notwendige Verlängerung der Tram 17 und 18 vom Effnerplatz bis zum Cosimapark und nach St. Emmeram ist im Sande verlaufen, zur Zeit ist nur noch eine Verlängerung bis zum Arabellapark im Gespräch und die soll erst nach dem Bau des Ringtunnels am Effnerplatz erfolgen.

Der Bau der Trambahntangente von Bogenhausen nach Schwabing stieß durch eine völlig mangelhafte Informationspolitik und einen unglücklichen Umgang mit dem Eigentümer des Englischen Gartens auf eine teilweise Ablehnung in der Bevölkerung und führte schließlich auch zur Ablehnung durch die Regierung von Oberbayern.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Osttangente zwischen MaxWeber-Platz und Ostfriedhof gelang wenigstens die Realisierung von einer der drei geplanten Tangentialverbindungen.

Die Westtangente ist völlig von der Tagesordnung verschwunden.

Die Trambahnfahrzeuge wurden erneuert. Das war vom Stadtrat bereits vor dem Amtsantritt Königs beschlossen worden. Natürlich wurde endlich die Stromversorgung und die Gleise auf einen besseren technischen Stand gebracht.

Der tägliche Nachtverkehr (seit 1994) wurde im Busbereich bis auf eine Linie auf das Wochenende beschränkt. Statt Daseinsvorsorge also Vergnügungsverkehr.

Der Takt der U-Bahn wurde in den Randzeiten ausgedünnt. Auch der Takt so wichtiger Linien wie die Tram 20 wurde bereits verschlechtert oder die Verschlechterung ist geplant.

Ein besonderes Augenmerk legte König als Chef der neuen Münchner Verkehrsgesellschaft MVG auf eine Abgrenzung vom bekannten Symbol des Münchner Linienverkehrs, dem MVV. Auch sollte eine neue Designer-U-Bahn seit Jahren in München fahren, doch bisher gelang dies nicht. Das weltbekannte Weiß-Blau der Trambahn wurde durch ein derzeit modisches lilablau-silber ersetzt.

Eine Zusammenarbeit mit den Verkehrs- und Fahrgastinitiativen in München ist uns nicht bekannt. Über gute Beziehungen zu anderen Dienststellen haben wir noch nichts gehört.

Wir sind mit dieser Bilanz nicht zufrieden.

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