MVG-Projekt „topbus“: Bus 100 gleich zum Hauptbahnhof

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 17.02.2004 (02/2004)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am Mittwoch, 18. Februar 2004, entscheidet der Münchner Stadtrat über die künftige Linienführung der Münchner Busse. ‚topbus‘ nannte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) dieses Projekt. Damit sollte ein altes Übel beseitigt werden, nämlich der Wildwuchs im Münchner Busnetz. Die leichte Möglichkeit, mit dem Bus noch diese Seitenstraße und jenes Nebenziel zu erschließen senkte die Attraktivität in den vergangenen Jahren. Zu oft wurden Schleifen gefahren, die ein schnelles Vorankommen der Busse unmöglich machten.

Die von der MVG durchgeführte Beteiligung der Münchner Bezirksausschüsse und der verschiedenen Verkehrsinitiativen führte zu wesentlichen Verbesserungen des anfänglichen Liniennetzes. So konnten zum Beispiel in Bogenhausen wichtige Anregungen der Bürger und Fahrgäste realisiert werden. (Neue Flughafenzubringertangente 36, Einstellung der Ringlinie 87 zugunsten direkter Verkehrsverbindungen).

Natürlich wird das Ziel der Kosteneinsparung nicht zu übersehen sein. Dies macht sich sicher stärker in den Betriebszeiten und Takten der Buslinien bemerkbar als bei der Linienführung. Aber niemand will die berüchtigte ‚warme Luft‘ transportieren, wenn ein Grundangebot als Daseinsfürsorge gewährleistet ist.

Wir, die Aktion Münchner Fahrgäste, sind mit der Vorgehensweise und dem Ergebnis zufrieden. Aber natürlich gibt es noch weitergehende Wünsche:

1. Der neue Bus 100 sollte nicht vom Osten herkommend am Odeonsplatz enden, sondern so wie im Ausblick der MVG bereits vorgezeichnet sofort bis zum Hauptbahnhof geführt werden. Dies würden den Schmerz der Auftrennung der bisherigen Linie 53 mildern und gerade für Touristen eine attraktive neue Museenlinie schaffen. Die Marketingabteilung hätte sicher ein paar ganz gute Einfälle, wie dieser Bus gefüllt werden könnte, das lassen uns manche pfiffige Aktivitäten der Vergangenheit sicher glauben. Eine halbe Linie 100 bleibt eben nur eine halbe Sache.

2. Die Verbindung von Bogenhausen nach Berg am Laim (Bus 137) sollte zumindest für eine zweijährige Probezeit eine Chance bekommen. Eingestellte Verbindungen zu reaktivieren ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich.

Wir hoffen, daß die Münchner Stadträte nicht in kleinlichem Parteiengezänk jegliche Verbesserung am vorgeschlagenen Netz zunichte machen. Es gibt keine roten, schwarzen oder grünen Busse – sie sind meistens weiß-blau, manche vielleicht ein bißchen lila.

Wenn die zusätzlichen Kosten nicht finanzierbar erscheinen, so müssen wir auch als Fahrgastinitiative auf die nächste Tariferhöhung verweisen. Denn weder bei der U-Bahn noch bei der Trambahn kann noch mehr gespart werden. Wir glauben auch, daß es nicht im Sinne der Fahrgäste ist, wenn die Bürger auch nur ein einziges Mal zu einer Taxifahrt gezwungen werden, weil es kein Angebot im Linienverkehr gibt.

inienverkehr ist wirklich ein Stück Umweltschutz und Lebensqualität. Bei entsprechendem Angebot sind die Fahrgäste auch bereit, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*