Verkehrszentrum enttäuscht: U-Bahn ohne Strom, Trambahn falsch beflaggt

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 25.10.2006 (07/2006)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Für Fachleute und Besucher mit etwas mehr als völliger Unkenntnis ist ein Besuch im neuen Verkehrszentrum des Deutschen Museums einfach nur enttäuschend. Gerade in der Halle über den Stadtverkehr sind die Exponate nur lieblos hineingestellt. Die Architektur der wunderschönen Halle wird durch einen weißen Klotz gestört, aus dem eine U-Bahn fährt. – Nein, fahren könnte sie nicht, da ihr der Stromabnehmer und die seitliche Stromschiene fehlt. Genauso ergeht es zwei Trambahnwagen. Es hat anscheinend für eine Oberleitung nicht mehr gereicht. Natürlich streckt auch der Oberleitungsbus seine Stromabnehmer sinnlos in die Höhe. Und wenn man dann die Schrifttafeln genauer anschaut: Die weiß-blaue U-Bahn wurde von der Nürnberger Verkehrs-AG gestiftet??? Der Oberleitungsbus soll ein Niederflurfahrzeug sein??? Und bereits im Jahr 1950 soll in Deutschland der letzte zweiachsige Straßenbahnwagen gebaut worden sein??? Mag ja sein, dass dies vor der Wiedervereingung stimmte. Die Liste ärgerlicher Schlampereien ließe sich wohl lange fortsetzen. Dabei wäre es ja gerade in München ein Leichtes sich den notwendigen Sachverstand zu verschaffen.

Die fehlende Trambahnanbindung ist ein noch traurigeres Kapitel. Zwar stellte der Omnibusclub mit einem wunderschönen nostalgischen Reisebus die Verbindung zur Museumsinsel her, aber es ist bitter, dass gerade in diesen Tagen die einst vollständig erhalte Trambahnstrecke zum alten Messegelände herausgerissen wird. Auf diesen Gleisen hätten noch viele Jahre die Museumszüge fahren können. Und es gehört eben zum Wesen eines Verkehrsmittels, dass es sich bewegt.

Die unkritische Betrachtung des Automobils stört natürlich den Freund der Umwelt und des Linienverkehrs. Die Automobile sehen alle aus, wie frisch aus der Fabrik, während der Münchner S-Bahnzug ein schmuddeliges Erscheinungsbild zeigt. Da stört einen die falsche Beschriftung und Beflaggung des M-Triebwagens schon fast gar nicht mehr.

Wir hoffen nur, daß es der Münchner Verkehrsgesellschaft und den Stadtwerken mit ihrem Trambahnmuseum gelingt, eine stimmige und technisch vollständige Sammlung zu zeigen!

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