MVV hängt an seinen alten Zöpfen

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 28.03.2007 (05/2007)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Die MVV-Tariferhöhung am 1. April 2007 zeigt wieder, wie schwer sich der MVV von seinen alten Gewohnheiten trennt. Soll man jetzt die kleinen Trippelschritte in die richtige Richtung loben?

Die Tarife sollen ja jetzt nicht nur ein Jahr lang gelten, sondern der MVV will die anscheinend unvermeidlichen Tariferhöhungen wieder mit dem Fahrplanwechsel zusammenlegen. Dann wären endlich auch die Informationen im Fahrplanbuch nicht nur ein paar Monate lang aktuell und außerdem werden Kosten gespart, weil nicht jede Haltestelle zweimal im Jahr angefahren werden muß. Eine alte Forderung der Aktion Münchner Fahrgäste ist damit erfüllt. Aber es wir nochmal eine Erhöhung notwendig sein, damit das Ziel ganz erreicht ist. Schade, daß man den notwendigen Mut nicht schon jetzt gehabt hat, aber wenigstens ist das Ziel nicht mehr umstritten.

Auch das leidige Thema mit dem Verfall der ‚alten‘ Fahrkarten wird ein bißchen gelöst. Sie sind nun nicht mehr wertloses Altpapier, sondern sie können auch nach der bisherigen dreimonatigen Frist, allerdings gegen Gebühr, erstattet werden. Also aufgepaßt: Wer noch alte auf Euro lautende Fahrkarten besitzt kann seinen finanziellen Schaden begrenzen. Leider fällt auch hier ein volles Lob sehr schwer. Warum glaubt der MVV, daß die Fahrgäste alte Fahrkarten in großen Stückzahlen horten? Warum gelten sie nicht einfach weiter? Aber vielleicht ist es so wie bei den Hunden. Jahrzehntelang wurde um den Hundefahrschein gestritten, bis der damalige Stadtrat Fricke die Frage aufwarf, ob sein Schaf nun tariflich ein kostenpflichtiger Hund oder eine ‚Freifahrt-Katze‘ ist. Der Hundetarif wurde abgeschafft – und die Anzahl der vierbeinigen Fahrgäste hat sich nicht dramatisch erhöht. Auch von Fahrgeldverlusten hat seither niemand gesprochen.

Leider bleibt auch die feste Bindung der Wochen- und Monatskarten an den ersten Wochentag (Montag) und an den Monatsersten erhalten. Eine völlig veraltete Regelung, die den flexiblen Einsatz von vielen Arbeitnehmern unberücksichtigt läßt.

Wir fordern weiterhin eine rechtzeitige Beteiligung an der Tarifgestaltung und vertrauen auf die Zusage vom Vorsitzenden der MVV-Gesellschafterversammlung, Chrisian Ude, der unsere Anliegen bei der nächsten Tariferhöhung einbeziehen will.

Da Angebotskürzungen anscheinend die einzigen Sparmöglichkeiten sind, freuen wir uns, daß das Angebot mit der Verlängerung der Buslinie 100 im Frühjahr und der Verlängerung der U3 im Herbst endlich einmal wieder ausgeweitet wird. Der Sicherheitszuschlag für mehr Wachpersonal ist sehr bedauerlich. Sicherheit ist eine Aufgabe des Staates, der dafür ja auch Steuern bekommt, und nicht der Fahrgäste.

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