BAG-SPNV fordert diskriminierungsfreien Nahverkehrstarif

Zu wenig Einfluss der nicht bundeseigenen Bahnen auf Eisenbahntarif – Vertriebskostender DB intransparent

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) kritisiert in ihrem am 17.12.07 veröffentlichten Positionspapier die Organisation von Tarif und Vertrieb im Nahverkehr auf der Schiene. Demnach gebe es in diesem Bereich immer noch keinen diskriminierungsfreien Marktzugang für Konkurrenten der DB. Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV, erläutert: ‚Wenn Eisenbahnunternehmen ihre Fahrkarten bundesweit verkaufen wollen, müssen sie derzeit die Konditionen der DB AG akzeptieren. Bei Tarifkooperationen liegt die Einnahmenaufteilung in den Händen der DB, außerdem diktiert die DB AG die Konditionen des Vertriebs. Das führt für die Nicht-DB-Unternehmen zu wirtschaftlichen Nachteilen und ist auch nicht im Sinne der Fahrgäste.‘

In ihrem Positionspapier zeigt die BAG-SPNV die notwendigen Maßnahmen auf, um diese kostentreibende und wettbewerbsverhindernde Situation zu verbessern: Es muss einen bundesweiten, unternehmensneutralen Tarif geben, den die Verkehrsunternehmen gemeinsam anwenden und weiterentwickeln. Im Vertrieb sind echte Marktstrukturen zu schaffen. Eine unternehmensneutrale Erlösabrechnungsstelle muss eingerichtet werden. Bernhard Wewers: ‚Wir fordern die Marktteilnehmer, vor allem die DB AG auf, diese Maßnahmen jetzt in ihrem eigenen Interesse umzusetzen. Ansonsten muss die Politik schauen, ob sie das Eisenbahnrecht ändern muss.‘

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