Nahverkehrsstrecken sind gefährdet

Die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) zwischen Bund und Deutscher Bahn AG gefährdet die Qualität der Nahverkehrsstrecken. Da detaillierte, streckenbezogene Kriterien für die Netzqualität fehlen, könnte die DB AG künftig einzelne Strecken oder Netze vernachlässigen. Wenn sie gleichzeitig auf für sie wichtigeren Strecken eine nur leicht überdurchschnittliche Qualität erreicht, erfüllt sie im Durchschnitt die Bedingungen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung. Das ist vor allem für den Nahverkehr nicht akzeptabel.


Bild: Aktion Münchner Fahrgäste

Aus dem Netzzustandsbericht des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg lässt sich beispielhaft ableiten, welche Folgen es haben kann, wenn detaillierte, streckenbezogene Kriterien fehlen. Der Bericht zeigt, dass sich die Qualität auf den verschiedenen Streckentypen sehr unterschiedlich entwickelt. Während sich die Netzqualität auf den lukrativen Hauptstrecken größtenteils verbesserte, ist im Regionalnetz eine Stagnation festzustellen. Dieser Trend wird sich noch verschärfen, wenn es in der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung nur globale, das gesamte Netz betreffende, Kennziffern gibt.

Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV: ‚Der Bund muss wissen, dass er jetzt festlegt, wie die Eisenbahninfrastruktur in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren aussieht. Wenn es auch in strukturschwachen Regionen künftig Schienenverkehr auf einer guten Infrastruktur geben soll, muss der Bund jetzt konkrete, Streckennetz bezogene Kriterien durchsetzen.‘

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