Bahnschutz nimmt Messerstecher fest

Ein 17-jähriger, deutscher Schüler war am frühen Samstagmorgen, 27. Februar 2010, gegen 01:00 Uhr, zusammen mit seiner Freundin in einem Zug der Linie S 7 in Richtung Wolfratshausen unterwegs. An der Haltestelle Donnersberger Brücke stieg der spätere Geschädigte, ein 16-jähriger Münchner, zusammen mit fünf Freunden, in den S-Bahnzug ein und setzte sich in dem Waggon in unmittelbarer Nähe des erwähnten Pärchens.

Während der Weiterfahrt gerieten der 17-Jährige und seine Freundin in Streit, was aber die Gruppe der später zugestiegenen Jugendlichen nur am Rande registrierte. Als sich einer aus der Gruppe, der 16-Jährige, jedoch zu dem streitenden Pärchen umdrehte, reagierte der Tatverdächtige und forderte den Schüler auf, nach vorne zu sehen, was diesen wiederum zu einer Bemerkung veranlasste. An der Haltestelle Mittersendling wollten der aggressive 17- Jährige und seine Freundin offensichtlich aussteigen und standen deshalb auf. Vor dem Aussteigen drehte sich der Tatverdächtige jedoch zu der Schülergruppe um, machte ein paar provozierende Bemerkungen und zog dann plötzlich ein Springmesser, das er aufschnappen ließ und damit herumfuchtelte. Obwohl er von der Jugendgruppe auf die Videoüberwachung in dem Wagen aufmerksam gemacht wurde, stach er unvermittelt auf den vor ihm sitzenden 16-jährigen Geschädigten ein. Der Schüler wurde oberhalb des linken Auges getroffen und glücklicherweise nur leicht verletzt. Er konnte die Klinik, in der er eingeliefert worden war, nach einer ambulanten Behandlung wieder verlassen. Nach der Tat verließ der 17-Jährige den Zug, wurde aber noch auf dem Bahnsteig von zwei Angehörigen der Bahnsicherheit, die sich in dem S-Bahn-Waggon befunden und das Geschehen mitbekommen hatten, festgenommen. Er leistete den Angehörigen der Bahnsicherheit gegenüber ebenso heftigen Widerstand, wie den kurze Zeit darauf eintreffenden Polizeibeamten. Zudem beleidigte er die Beamten massiv. Die Jugendgruppe mit dem verletzten 16-Jährigen fuhr bis zur nächsten Haltestelle weiter, wo sie Polizei und Rettungsdienst mit ihren Handys informierten und auf deren Eintreffen warteten. Die Staatsanwaltschaft München I stellte Antrag auf Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, der vom Ermittlungsrichter auch erlassen wurde.

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