SWM bestellen 10 neue Omnibusse

Die Stadtwerke München investieren weiter in ihre Busflotte. Soeben wurden weitere zehn neue Omnibusse bestellt. Sie sollen im Frühjahr dieses Jahres ausgeliefert werden; ihre Inbetriebnahme ist für Mitte Mai geplant. Die neuen Gelenkbusse werden zunächst zusätzlich benötigt, weil Schienenersatzverkehre wegen Gleisbaustellen bei U-Bahn und Tram anstehen. Anschließend werden sie dann ältere Busse aus den 90er-Jahren ersetzen, die inzwischen rund 800.000 Kilometer im MVG-Netz zurückgelegt haben.

Die zehn Fahrzeuge wurden wie üblich europaweit ausgeschrieben. Nach sorgfältiger wirtschaftlicher und technischer Bewertung sämtlicher Angebote entsprechend den einschlägigen Vergaberegeln erfolgte der Zuschlag diesmal an den Mannheimer Hersteller EvoBus (Mercedes-Benz). Das Auftragsvolumen für die Fahrzeuge vom Typ Citaro liegt bei 3,6 Millionen Euro. Die Bestellung besteht aus 10 Gelenkbussen mit ca. 100 Plätzen (davon 41 Sitzplätze). Sie sind etwa 18 Meter lang und 2,55 Meter breit und entsprechen weitgehend den im Frühjahr 2008 ausgelieferten 14 Citaro-Exemplaren. Ihr Leergewicht beträgt 17,1 Tonnen und ihre Motorleistung entspricht rund 300 PS. Selbstverständlich sind sämtliche Fahrzeuge behindertengerecht ausgestattet und an allen Türen stufenfrei: Sie verfügen unter anderem über eine Absenkmöglichkeit an der Türseite (Kneeling) und eine Klapprampe für Rollstuhlfahrer an der zweiten Tür. Zum MVG-Ausstattungsstandard zählen außerdem eine Klimaanlage, Kameras zur Videoüberwachung und 19 Zoll große TFT-Flachbildmonitore für die Kundeninformation. Eine zusätzliche vierte Tür im Heck ermöglicht – wie bei allen Neubeschaffungen seit 2008 – eine bessere Nutzung der Raumkapazitäten und einen schnelleren Fahrgastwechsel.

Die neuen Busse stehen für Wirtschaftlichkeit sowie Umweltfreundlichkeit und Klimaschutz: Sie verbrauchen zum einen besonders wenig Dieselkraftstoff und entsprechend gut ist ihre CO2-Bilanz. Außerdem erfüllt ihre Antriebs- und Abgasnachbehandlungstechnik den gegenwärtig anspruchsvollsten europäischen Abgasstandard EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle), der besonders emissionsarme Diesel-Fahrzeuge auszeichnet und die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen (=EURO V) weit übertrifft. Zusätzlich verfügen die Fahrzeuge über Rußfilter, mit denen die Feinstaubemissionen auf ein absolutes Minimum an der Nachweisgrenze reduziert werden. Auch die CO2-Bilanz des Buslinienverkehrs im Vergleich zum Auto ist sehr günstig: Durchschnittlich liegt der CO2-Ausstoß beim Linienbus je Personenkilometer bei einem Drittel gegenüber dem PKW. Bei höherer Auslastung in der Hauptverkehrszeit schneiden Omnibusse um einen Vielfaches besser ab als der Individualverkehr. Wer den ÖPNV nutzt – egal ob Schiene oder Bus -, trägt zur CO2-Reduzierung und damit zum Klimaschutz bei. MVG-Chef Herbert König: „Seit dem Neustart unseres Busnetzes Ende 2004 haben wir auch im Busbereich Jahr für Jahr Fahrgastzuwächse erzielt und regelmäßig neue Spitzennoten bei der Kundenzufriedenheit erhalten. Dieser Erfolg ist sicher nicht nur neuen Linienwegen, zusätzlichen Strecken und Beschleunigungsmaßnahmen zu verdanken, sondern auch der kontinuierlichen Erneuerung des Fahrzeugparks. Allein seit 2007 wurden von SWM insgesamt 93 neue Busse für die MVG beschafft, was angesichts stark zurückgeschraubter öffentlicher Fördergelder für die Fahrzeugbeschaffung keine Selbstverständlichkeit ist. Wir achten dabei im Interesse der Fahrgäste, die die Fahrzeugvorhaltung über ihre Fahrgelder bezahlen müssen, in mehrfacher Hinsicht auf die Wirtschaftlichkeit: Zum einen werden die Fahrzeuge zum jeweils wirtschaftlichsten Zeitpunkt erneuert; zum anderen achten wir bei der jeweiligen Entscheidung über den Lieferanten neuer Fahrzeuge konsequent auf deren Wirtschaftlichkeit über die gesamte Einsatzdauer („life-cycle-costs‘). So fließen z. B. auch Unterschiede im Kraftstoffverbrauch in die Bewertung ein. Was die Ausstattung unserer Busse in Bezug auf Fahrgastkomfort, Barrierefreiheit und Umweltfreundlichkeit angeht, nehmen wir im Deutschland-Vergleich ebenfalls traditionell eine Spitzenstellung ein. Drei Beispiele verdeutlichen dies: Bereits seit 1988 fahren in München als einer der ersten deutschen Städte behindertengerechte Niederflurbusse, seit 2004 flächendeckend auf allen Linien. Partikelfilter sind seit 1988 im Einsatz, schon seit 1991 serienmäßig und seit 2001 in jedem Fahrzeug vorhanden. Inklusive der aktuellen Bestellung entsprechen bereits 74 Busse, die die SWM bereitstellen, der besonders sauberen EEV-Abgasnorm; weitere neue Fahrzeuge der privaten MVG-Partner kommen hinzu. Zudem erprobt wird im MVG-Netz die vielversprechende Hybridtechnologie: Ein erster Gelenkbus mit parallelem Hybridantrieb des Herstellers Solaris ist seit Sommer 2008 im Einsatz. Im November 2010 kam ein MAN-Solobus mit seriellem Hybrid-Antrieb hinzu. Außerdem haben die SWM/MVG einen dritten Hybridbus bei EvoBus bestellt, um auf diese Weise drei unterschiedliche technische Hybridkonzepte im Linienbetrieb vergleichen zu können und die Entwicklung serienreifer Fahrzeuge zu unterstützen. EvoBus wird diesen Bus voraussichtlich im März 2011 an die SWM/MVG ausliefern.‘

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