Mit Herz und Verstand handeln. Du hilfst – ich auch!

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 24.03.2011 (19/2011)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Verhaltenstraining für Fahrgäste:
Mit Herz und Verstand handeln
Notfall? Du hilfst – Ich auch!

Pressekonferenz am 24. März 2011 im Verkehrszentrum des Deutschen Museums

Andreas Nagel, Aktion Münchner Fahrgäste:

Der Tod von Dominik Brunner, einem Fahrgast der Münchner S-Bahn hat uns sehr betroffen gemacht. Sofort nach der unfaßlichen Tat haben wir uns als Fahrgastverband Gedanken gemacht, wie so ein Ereignis in der Zukunft vermieden werden kann. Sehr schnell hatten wir den Gedanken, daß wir dazu professionelle Hilfe von der Polizei benötigen, um nicht Aktivitäten zu starten, die zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht sind. Der Vizepräsident des Münchner Polizeipräsidiums, Robert Kopp, sagte uns sofort seine Unterstützung zu – und so kam es zu Gesprächen mit Gerhard Stern, dem damals für die Prävention zuständigen Beamten. Er gab uns den guten Rat, daß wir uns nicht um die potentiellen Täter, sondern um die Fahrgäste kümmern sollten, die anderen zu Hilfe eilen könnten – oder sich selbst aus einer gefährlichen Situation befreien müssen. Sein oberstes Ziel war die Vermeidung jeglicher Straftat. Gemeinsam mit dem Polizeipräsidium München und der Bundespolizeiinspektion München entwickelten wir das „Verhaltenstraining für Fahrgäste‘. Dies basierte auf den bei den Polizeibehörden bereits vorhandenen Kursen zur Prävention. Es war eigentlich nichts Neues. Neu war aber die Veranstaltung an einem „Originalschauplatz‘. Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums stellte dafür kostenlos seine Exponate einer U-Bahn und einer S-Bahn zur Verfügung. Wir danken dafür der Leiterin des Verkehrszentrums, Sylvia Hladky, und der zuständigen Mitarbeiterin Birgit Breitkopf.

Da wir selbst an der erfolgreichen Reanimation eines Fahrgastes an unserem „Heimatbahnhof‘ Stachus beteiligt waren, wollten wir auch allen Kursteilnehmern den Defibrillator vorstellen. Stadtrat Josef Assal war uns dabei behilflich – und die Berufsfeuerwehr München führt das Training mit einem Demonstrationsgerät und einer Übungspuppe durch.

Der Dominik-Brunner-Stiftung danken wir für die sehr gute Öffentlichkeitsarbeit und die finanzielle Unterstützung unseres Projektes.

Unser besonderer Dank gilt dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV). Alfred Habeck hat fast jede Veranstaltung begeleitet und einen unverzichtbaren Beitrag zum organisatorischen Ablauf geleistet.

Für einen Fahrgastverband ist es nicht immer so, daß ein Anliegen auf so offene Ohren und eine so breite Unterstützung auch durch die obersten Repräsentanten stößt. Manchmal sprechen wir ja auch von Tarifänderungen oder Stillegungen von Metrobuslinien. Daher freuen wir uns, daß wir mit allen Partnern gemeinsam an einem Strang und in eine Richtung ziehen und gezogen haben. Der Münchner Oberbürgermeister und Vorsitzende der MVV-Gesellschafterversammlung, Christian Ude, hat ohne eine Sekunde zu zögern die Schirmherrschaft übernommen.

Bisher haben wir 24 Veranstaltungen mit 452 Teilnehmern durchgeführt. Davon fanden zwei Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Oberlandbahn in Holzkirchen statt.
Wir glauben, daß auch die hervorragende Aufnahme durch die Medien und die vielfältige Berichterstattung in München und darüber hinaus ein Klima geschaffen haben, das dem Fahrgast und Bürger Mut macht, Zivilcourage zu zeigen. Die Verkehrsbetriebe von Paris interessieren sich für unsere Kurse und vielleicht werden auch bald Fahrgäste in Frankreich an einem Verhaltenstraining teilnehmen können.

Die Aktion Münchner Fahrgäste dankt allen, die in irgendeiner Weise das Projekt unterstützt haben, auch wenn sie jetzt hier nicht namentlich genannt wurden.

Wir freuen uns auf die angenehme weitere Zusammenarbeit mit allen unseren Partnern.

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