Befürworter und Gegner der zweiten S-Bahnstammstrecke sollten die Ruhe bewahren

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 05.05.2011 (28/2011)

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Für schwierige Lebenslagen ist es immer ein guter Rat, die Ruhe zu bewahren. Dies sollten auch die Befürworter und Gegner der zweiten Münchner S-Bahnstammstrecke tun. Die Befürworter sollten zuerst einmal ihre Hausaufgaben machen und zum Beispiel Planfeststellungsbeschlüsse herbeiführen. Die Gegner sollten ganz entspannt die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees abwarten. Die Entscheidung über die Winterspiele 2018 fällt ja bald.

Zwischenzeitlich ist ein Blick in die Kasse und auf die Wunschliste ratsam. Nicht nur in Deutschland, sondern in Bayern und gerade in München gibt es eine Vielzahl von Projekten, die realisiert werden könnten. Zum Beispiel ein neues Bahnhofsgebäude für den Hauptbahnhof oder ein neuer Gleisbogen in Neufarn. Die Elektrifizierung der Bahnverbindung nach Zürich oder der Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Mühldorf.

Dann sollte man auch einmal einen Kalender nehmen – und die Tage bis zur Inbetriebnahme aller Maßnahmen zählen. Wenn man dann noch die Erfahrungen mit beinahe vollendeten Projekten, wie dem viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Augsburg berücksichtigt, wird man feststellen, daß eine Fertigstellung der zweiten Stammstrecke bis zum Jahresende 2017 auch eine sportliche Herausforderung ist.

Den ‚Aufstand der Fahrgäste‘ wird man mit Sicherheit erleben, wenn das Stellwerk am Ostbahnhof weiter so regelmäßig ausfällt, wie es bisher der Fall war. Oder wenn sich im August das elektronische Stellwert in Pasing als neues Sorgenkind entpuppt.

Allen Verantwortlichen muß klar sein, daß die derzeitigen Zustände nicht hinnehmbar sind. Als sparsamer Fahrgastverband empfehlen wir immer wieder, daß man zuerst die Finanzierung eines Projektes sicherstellen muß, bevor Millionen für unzählige Aktenordner verschwendet werden, die zwar schöne Pläne enthalten, die Situation für die Fahrgäste aber nicht verbessern.

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