Metrobus 50 bleibt auf der Tagesordnung

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 16.05.2011 (29/2011)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Link zum Fernsehbericht von München TV:

http://www.muenchen-tv.de/politik/Kampf_um_den_Metrobus-7550.html

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wurde die Metrobuslinie 50 im Münchner Stadtbezirk Moosach zwischen der Lassallestraße und dem Moosacher Bahnhof eingestellt. Anlaß war die Inbetriebnahme der U-Bahnlinie U3 zum S-Bahnhof Moosach. Seit Jahren regt sich massiver Protest gegen diese Stillegung. Zwar liegen die nicht mehr bedienten Haltestellen dieser Linie gerade noch im Umkreis von 600 Metern zu den nächstgelegenen U-Bahnhöfen, aber der dort wohnhaften Bevölkerung sind so weite Wege nicht zumutbar. Die Bürgerinitiative Metrobus 50 Moosach und die Aktion Münchner Fahrgäste hatten daher die verantwortlichen Politiker aus dem Münchner Rathaus zu einer Podiumsdiskussion in den Alten Wirt in Moosach eingeladen. Dieser Einladung folgten 150 Bürger und Fahrgäste, leider fanden 30 Leute keinen Platz mehr im Saal des Alten Wirtes.

Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion und Sabine Nallinger von den Grünen mußten sich die lautstarken Proteste der betroffenen Bürger anhören und stellten sich der Diskussion. Dr. Georg Kronawitter, Verkehrspolitiker der CSU-Stadtratsfraktion, unterstützte die Bürger bei der Forderung nach einer Wiedereinführung der Buslinie, wenigstens auf Probe. Dieser Gedanke wurde von Stadträtin Nallinger aufgenommen, die sich für einen ein- oder zweijährigen Probebetrieb einsetzen will. Auch Stadtrat Reissl, der genau in diesem Gebiet aufgewachsen ist, sagte eine Prüfung des Realisierungsvorschlages der Aktion Münchner Fahrgäste zu. Der Fahrgastverband will die Kosten für die benötigten zwei zusätzlichen Busumläufe durch eine Linienverknüpfung und eine technisch einfache Beschleunigung reduzieren – oder sogar ganz entfallen lassen.

Mit Nachdruck forderte die Schauspielerin Monika Baumgartner von der Bürgerinitiative eine Verbesserung der Situation. Seit dem Wegfall der Metrobuslinie ist ihre Mutter nicht mehr mobil und kann weder Ärzte noch Bekannte selbstständig besuchen. Diana Stachowitz, die die Interessen der Bürger im Landtag vertritt bemühte sich um eine Vermittlung im derzeitigen Konflikt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sah keinen Grund zur Teilnahme an der Diskussion und zum Gespräch mit den Fahrgästen. Ganz anders dagegen Martin Runge, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag. Da der Freistaat Bayern sehr viel Geld in den Nahverkehr investiert, fordert Runge, daß dieses Geld auch wirklich zum Wohl der Fahrgäste eingesetzt wird.

‚Die Podiumsdiskussion hat eine deutliche Annäherung der gegenteiligen Standpunkte gebracht‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Der Lückenschluß im Metrobusnetz ist nicht nur ein lokales Problem, sondern auch eine Forderung von den Fahrgästen aus den angrenzenden Stadtbezirken. Wir wollen, daß die verschiedenen Netze von U-Bahn, Trambahn und Bus gut miteinander verknüpft sind.‘

Inzwischen hat Stadtrat Reissl die Verwaltung mit der Klärung der Frage beauftragt, welche Kosten in ganz München entstehen, wenn die Vorgaben des Nahverkehrsplans besser auf die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft zugeschnitten werden.

Der Münchner Stadtrat muß im Juli 2011 entscheiden, wie das Fahrplanangebot im nächsten Jahr gestaltet wird. Die Bürgerinitiative und der Fahrgastverband werden bis dahin die Forderung nach der Wiederinbetriebnahme der Metrobuslinie 50 verstärkt an die Rathauspolitiker herantragen. Die Erfolgsaussichten sind spürbar gewachsen.

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