Schmerzlicher Einschnitt im S-Bahnverkehr

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 15.08.2011 (47/2011)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Seit Freitag, 12. August 2011, gegen 22 Uhr wird das neue elektronische Stellwerk in München-Pasing in Betrieb genommen. Dadurch ist zunächst kein Zugverkehr im Bahnhof Pasing möglich gewesen. Die S-Bahnlinien mußten genauso unterbrochen werden wie der Regional- und Fernverkehr. Es gibt ein umfangreiches Umleitungs- und Schienenersatzverkehrskonzept. Im zweiten Bauabschnitt erreichten wieder einzelne Züge Pasing.

Die Bahn hat rechtzeitig und umfangreich die Fahrgäste informiert. Allerdings führte der Begriff ‚Stammstreckensperrung‘ zu Mißverständnissen bei namhaften Vertretern der Medien. Zu sehr sind damit die Tunnelsperrungen gedanklich verknüpft. Der ‚Stammstreckentunnel‘ und die Strecke Hackerbrücke – Laim wurde befahren. Abgesehen von Einzelfällen sorgten die Reisendenlenker der Bahn und die Fahrer der Busse für ein ordentliches Weiterkommen der Fahrgäste. Böse Überraschungen gab es dagegen für Radlfahrer, die in den Bussen nicht befördert wurden. Mancher hatte sich schon eine Fahrkarte gekauft, die er dann nicht nutzen konnte. Auch das Entwerten von Fahrkarten an den Bahnhöfen anstatt an den Haltestellen des Ersatzverkehrs war für etliche Fahrgäste eine unnötige Erschwernis. Da hätte ein menschlicher Entwerter mit einem Zangenabdruck helfen können.

Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, ob es wirklich richtig ist, einen derartigen Knotenbahnhof komplett zu sperren. Die Signalanlagen wurden ja seit der ersten Streckeneröffnung auch schon mehrmals umgebaut, allerdings unter dem rollenden Rad. Wir hoffen natürlich auch, daß künftige Stellwerksausfälle nicht den gesamten Bahnhof im Störungsfalle lahmlegen. Vielleicht gibt es ja auch Konzepte mit mehr dezentralen Einrichtungen, die die Verfügbarkeit des Gesamtsystems erhöhen.

‚Wir danken all den vielen Mitarbeitern, die die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks in Pasing vorbereitet und durchgeführt haben‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Es waren viele Herausforderungen, die in der Regel gut gelöst wurden.‘

Erfahrungen, die während der Streckensperrung am Pfingsten gesammelt wurden und Hinweise vom Fahrgastverband wurden berücksichtigt. Gute Dienste leistet auch der ‚Streckenspiegel‘, eine grafische Darstellung der verkehrenden Züge im Internet und auf den dafür geeigneten Mobilfunkgeräten. Mit einem Blick kann man sich einen Überblick über die planmäßig oder mit geringen Verspätungen verkehrenden S-Bahnzüge verschaffen. Natürlich gibt es auch da noch Verbesserungspotential, aber es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Und die Erfüllung einer langjährigen Forderung des Fahrgastverbandes.

Die Aktion Münchner Fahrgäste geht davon aus, daß das neue elektronische Stellwerk in Pasing die höchsten Anforderungen an die Sicherheit erfüllt, gleichzeitig aber eine hohe Verfügbarkeit besitzt. ‚Die Zuverlässigkeit muß höher bewertet werden als ein betriebswirtschaftliches Optimum‘, so Nagel abschließend.

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