2. Münchner S-Bahnstammstrecke: Fahrgäste wollen Lösungen

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 18.04.2012 (11/2012)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Der 2. Stammstreckentunnel für die Münchner S-Bahn wird ein Staatsbegräbnis 1. Klasse erhalten. So sieht die Lage im Augenblick aus, wenn man der Presse und Politikern mit Hintergrundwissen glauben darf. Das ist für die Fahrgäste fatal. Nach 40 Jahren befinden sich die MVV-Verkehrsmittel in einem desolaten Zustand. Man kann sich die Bahnhöfe der Schnellbahnen anschauen oder auch die Fahrzeuge – der Zustand ist traurig. Von dem einstigen Vorzeigemodell ist nicht mehr viel übrig geblieben. Viel zulange sind die verantwortlichen Politiker den verschiedenen Phantomen nachgejagt. Wollte die eine Partei einen Magnetschwebezug, so wurde dieser von den anderen bekämpft. Mit umgekehrten Vorzeichen blieben zwei wichtige Trambahntangentialen auf der Strecke.

‚In Kürze ist unsere Geduld völlig am Ende‘, sagt dazu Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Wir werden genau hinschauen, wer in seinem Verantwortungsbereich für die Umsetzung machbarer Lösungen eintritt. Die bevorstehenden Wahlen sollten die Politik nicht zu leeren Versprechungen verleiten, sondern zu überfälligen Lösungen.‘

Es ist ganz klar, der Freistaat Bayern ist für den schienengebundenen Nahverkehr zuständig, die Landeshauptstadt München für U-Bahn, Trambahn und Stadtbus. Nachdem zum Beispiel alle Seiten versichern, den 2. Stammstreckentunnel zu wollen, könnte man in einem ersten Bauabschnitt den ‚Verbundbahnhof Laim‘ realisieren. Eine viergleisige Station für die S-Bahn, die gute Umsteigemöglichkeiten zur neuen Trambahn-Westtangente bietet, die in einer Umweltverbundröhre auch für Fußgänger und Radler nützlich wäre. An diesem Verbundbahnhof könnten sich Land und Stadt beweisen. Diese Ausbaumaßnahme wäre sofort wirksam – und würde einem weiteren Ausbau der S-Bahn in der Zukunft alle Möglichkeiten offen lassen.

Die Münchner S-Bahn benötigt zusätzliche Züge. Ein Anfang wäre mit 25 Garnituren gemacht. Ob eine Expreßbahn zum Flughafen wichtiger ist, als eine Anbindung der nördlichen Gebiete des Flughafens kann man sich immer noch gründlich überlegen. Die Zahl der betroffenen Fahrgäste sollte den Ausschlag geben. Und wer die Gesamtreisezeit mit dem Flugzeug verbessern will, der sollte neben einer schnelleren S-Bahn auch an eine schnellere Gepäckausgabe – oder eine beschleunigte Fluggastkontrolle denken.
Fahrgäste sind Wähler. Aber intelligente Wähler, die sich nicht mehr länger mit leeren Versprechungen hinhalten lassen.

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