Die Bahn tut sich schwer mit der Rückkehr zum Regelfahrplan

Nach der Einigung auf ein Schlichtungsverfahren zwischen der Gewerkschaft
Deutscher Lokführer (GDL) und der Deutschen Bahn war es eine gute Nachricht:
Der Lokführerstreik wird beendet. Allerdings wurden diejenigen Fahrgäste
enttäuscht, die hofften, dass danach unmittelbar alle Züge wieder fahren
würden. Die Bahn tut sich mit der Rückkehr zum Normalfahrplan schwer. Bei
den Regionalbahnen und den S-Bahnen war es nicht so problematisch wie im
Fernverkehr. So gab es im Internet anfangs überhaupt keine Verbindung
zwischen Berlin und München. Auch die Fahrgastinformation war nicht optimal.
Es wurde sogar berichtet, dass angekündigte Züge aus dem Notfahrplan trotz
Streikende nicht verkehrten.

„Wir erwarten, dass die streikenden Lokführer nun alles tun, um
schnellstmöglich wieder den Regelbetrieb aufzunehmen“, sagt Andreas Nagel,
Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Grundsätzlich muss es eine
Notdienstvereinbarung geben, die genau regelt, wie der Betrieb wieder
aufgenommen wird. Wir werden die Politik auch nicht aus der Verantwortung
entlassen, für ein Mindestmaß an Mobilität im Rahmen der Daseinsvorsorge
Regeln aufzustellen.“IMG_5335b

Alle Fahrgäste hoffen, dass alle Tarifkonflikte der Bahn nun endlich beendet
werden. Es wäre jetzt wirklich grotesk, wenn nach den Lokführern die
Fahrdienstleiter und ihre Kollegen streiken würden. Das System Bahn wurde
bereits mehr als erträglich geschädigt.

Wenn sich auch die Fernbuslinienbetreiber und die Mietwagenverleiher freuen
konnten, so ist der gesamtgesellschaftliche Schaden viel zu groß. Diesen
Schlamassel hat die Politik mit ihrer Privatisierung und dem geplanten
Börsengang der Bahn angerichtet. Jetzt muss für Lösungen gesorgt werden, die
das System Bahn nachhaltig wieder auf die Spur bringen. In die Stellwerke
und Betriebszentralen gehören Beamte. Und in die Führerstände auch. Es muss
einen offiziellen Notfahrplan geben, der mit dem Jahresfahrplan
veröffentlicht wird.

„Nach dem vorläufigen Streikende ist nicht alles gut. Die Politik hat nun
viele Hausaufgaben zu machen“, sagt Nagel.

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