Licht und Schatten bei der Münchner Trambahn

Am Samstag, 10. Dezember 2016, wird die neue Trambahnstrecke nach Zamdorf eröffnet. Bald wird die Münchner Ausflugslinie 25 die neue Endhaltestelle Berg am Laim Bf anfahren. In die Freude über die neue Trambahnstrecke mischt sich aber auch das Bedauern über die einjährige Verspätung dieser Linie und die Stillegung des Industriegleises, das zum Beispiel dem Süddeutschen Verlag den umweltschonenden Transport auf der Schiene ermöglicht hätte.

„Jeder Meter neues Trambahngleis ist ein wirklicher Fortschritt zur Lösung der Verkehrsprobleme in München“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Kostengünstig und auch relativ schnell realisierbar ist die Trambahn die sinnvollste Anwendung von Elektromobilität.“

Nachdem die für den Eisenbahnbetrieb zuständige Behörde zunächst völlig übertriebene Forderungen zur Kreuzung des bestehenden Gütergleises mit der Trambahn aufgestellt hatte, wurde auch von Seiten der Stadt alles getan, um das Industriegleis stillzulegen. Die Beamten des Eisenbahnbundesamtes, sonst nicht für eine übertriebene hast bekannt, wurden beim Abbau plötzlich sehr munter. Damit wurde, entgegen allen Beteuerungen der Politik die Verlagerung von Schwerverkehr von der Straße auf die Schiene zunichte gemacht.

Auch die einjährige Verspätung der Inbetriebnahme schmerzt. Dazu kommt noch die halbherzige Anbindung der neuen Strecke an den Betriebshof, bei der eine Weichenverbindung fälschlicher Weise eingespart wurde. Die Gegenrichtung wurde auf massiven Druck nachträglich noch in die Baumaßnahme aufgenommen.

Ein Fehler, der sich aber schon zum nächsten Fahrplanwechsel beheben läßt, ist die Bedienung durch die Linie 25. Viel sinnvoller für die Fahrgäste wäre eine direkte Verbindung in die Innenstadt, zum Beispiel durch eine Verlängerung der Trambahnlinie 20, die dann auch bei den gar nicht so seltenen Störungen bei der S-Bahn einen gewissen Ersatz bieten würde.

„Wir freuen uns auf die neue Trambahn im Osten und über den voraussichtlichen Sieg der Vernunft über die fanatischen Trambahngegner im Westen“, sagt Nagel abschließend.

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