Terror-Hysterie, Personen im Gleis, neuer MVG-Chef und eine neue Trambahnstrecke

Einen schlechten Start in das neue Jahr 2016 hatten die Fahrgäste. Der Münchner Hauptbahnhof wurde noch vor Mitternacht wegen eines vermuteten Terroranschlages gesperrt. Leider sollte es nicht der einzige Tag sein, an dem die Fahrgäste nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kamen.

Einen kurzfristig angekündigten Streik mußten die Fahrgäste des Meridian und der Bayerischen Oberlandbahn hinnehmen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft trug den Tarifkonflikt auf dem Rücken von frierenden Fahrgästen aus.

Es kam zu großen Umbaumaßnahmen am Münchner Stachus. Die Trambahngleise wurden neu verlegt. Leider wurde versäumt, sie auf einen modernen Stand zu bringen. Es war eine Erneuerung ohne jede Verbesserung.

Am 22. Juli 2016 kam es zu einem Amoklauf gegenüber und im Olympia-Einkaufszentrum. Ein einzelner Täter tötete neun Menschen. Im Verlauf des Geschehens brach in ganz München eine hysterische Panik aus und der Linienverkehr wurde zum zweiten Mal in diesem Jahr eingestellt. Wer mit dem MVV in die Stadt gefahren war, kam nicht mehr nach Hause.

Mit einer völligen Schnapsidee lieferte der Bayerische Finanzminister Markus Söder einen vermeintlichen Beitrag zur Verbesserung des Linienverkehrs in München. Sein Vorschlag war, die Straße auf die der Bus durch den Englischen Garten fährt zu verschmälern. Notwendig wäre eine Umsetzung des Beschlußes zur Trambahnnordtangente zwischen Bogenhausen und Schwabing, der bereits vor 25 Jahren gefaßt wurde.

Im Oktober kam es zur Großsperrung der U3 zwischen Münchner Freiheit und Scheidplatz. 22 Wochen müssen die Fahrgäste auf die U-Bahn verzichten und auf den Schienenersatzverkehr oder eine andere Möglichkeit umsteigen.

Am 1. November 2016 übernahm Ingo Wortmann die Verantwortung für die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke München. Ihm ist es gelungen, das Straßenbahnnetz in Ulm massiv auszubauen und seine Erfahrungen aus Dresden werden sicher auch zu Verbesserungen in München führen.

Die jahrelange Verzögerung bei der Zulassung der C2-Züge hat einen gewissen Abschluß gefunden. Auf der U6 dürfen die dringend benötigten Züge nun fahren.

Mit einem Jahr Verzögerung und dem traurigen Umstand, daß ein Industriestammgleis zu einem großen Verlag im Münchner Osten abgetrennt wurde, wurde die Trambahnlinie nach Zamdorf eröffnet. Die Linie 25 verbindet nun den S-Bahnhof Berg am Laim mit dem Rand der Innenstadt. Fahrgäste, Anwohner und der Bezirksausschuß Bogenhausen fordern eine direkte Anbindung an die Innenstadt, zum Beispiel mit der Linie 20.

Am 21. Dezember 2016 wurde der Vertrag zum Bau der zweiten S-Bahnstammstrecke unterschrieben. Die Fertigstellung ist allerdings erst im Jahr 2026 möglich. München bekommt auch ein neues Empfangsgebäude am Hauptbahnhof, bei dem hoffentlich auch die Bedürfnisse der Reisenden berücksichtigt werden.

Die Zahl der Streckensperrungen aufgrund von „Personen im Gleis“ hat ein nicht mehr erträgliches Außmaß angenommen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

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