MVG braucht kurzfristig weitere Betriebshöfe

Stadtwerke und MVG haben am Mittwoch den Grundstein für den neuen Hybrid-M Busbetriebshof in München-Moosach gelegt. Auf 36.000 Quadratmetern werden hier ab 2021 bis zu 190 Busse gewartet. In der fünf Stockwerke hohen Mantelbebauung entstehen rund 60.000 Quadratmeter Geschossfläche z. B. für multifunktionale Büros.

Der Münchner Nahverkehr platzt immer mehr aus allen Nähten, jedes Jahr werden neue Zuwachsraten erreicht. Durch den Bevölkerungszuzug und die höhere Umsteigequote weg vom Auto werden auf immer mehr Linien Taktverkürzungen notwendig. Mit der anstehenden Tarifreform wird die Monatskarte für den Innenraum noch günstiger.

Für einen dem Fahrgastzuwachs angepassten öffentlichen Nahverkehr mit neuen Linien und Taktverbesserungen bedarf es nicht nur ausreichend Neufahrzeuge (incl. Zulassung!) sowie Fahrpersonal, sondern auch genügend Betriebshöfe. U-Bahn und Trambahn haben aktuell nur jeweils einen Betriebshof, beide platzen aus allen Nähten. In der Olympia-Wendeschleife an der Schweren-Reiter-Straße werden bereits jetzt jede Nacht Trambahnen unter Bewachung abgestellt und gewartet, weil im Betriebshof kein Platz mehr ist.

„Die MVG braucht deshalb kurzfristig weitere Betriebshöfe“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Die Planungen dafür sollten deshalb beschleunigt werden.“ Der geplante 2.U-Bahn-Betriebshof in Neuperlach-Süd wird geografisch den bisherigen in Fröttmaning ideal ergänzen. Der geplante 2. Trambahn-Betriebshof an der Ständlerstraße liegt jedoch wie der bisherige in der Einsteinstraße wieder im Münchner Osten. Lange Ein- und Ausrückzeiten bleiben deshalb auf der Tagesordnung und erhöhen unnötig Personalkosten. Ein weiterer Standort im Westen Münchens wäre deshalb mittelfristig ebenfalls nötig. Da der neue Hybrid-M Betriebshof erst einmal den bisherigen im Westend ersetzt, müssen auch für den Bus dringend weitere Betriebshöfe in allen Münchner Himmelsrichtungen gesucht werden.

Bahn-Infrastruktur muss zuverlässig sein

Die Deutsche Bahn ist nach starken Schneefällen nicht mehr in der Lage, ihr Schienennetz in Betrieb zu halten und zwingt damit Verkehrsunternehmen wie die Bayerische Oberlandbahn oder auch die DB Regio den Zugverkehr in Oberbayern streckenweise und über Tage einzustellen.

Vor der Privatisierung warb die Deutsche Bundebahn mit „Alle reden vom Wetter – wir nicht“. Mittlerweile kündigt die S-Bahn München Betriebseinschränkungen gleichzeitig mit Unwettervorhersagen an – bevor irgend jemand anderes vom Wetter spricht.

Im letzten Jahr verging kaum eine Woche bei der S-Bahn München, in der nicht mehrfach in der Hauptverkehrszeit Stellwerksstörungen, Bahnübergangsstörungen, Weichenstörungen und andere Infrastrukturprobleme den Frust vieler Bahnfahrgäste schürten. Die Folge: Leider muss sich der Pendler zur Zeit jeden Morgen aufs Neue fragen, ob der PKW nicht das erfolgversprechendere Verkehrsmittel ist.

Die Regionalzüge und S-Bahnen, auf die die Pendler angewiesen sind um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, müssen wieder ihren Systemvorteil nutzen können und deutlich zuverlässiger sein als der Straßenverkehr.

Dass die Bahn-Infrastruktur seit der Bahnreform primär der Wirtschaftlichkeit unterworfen ist, muss rückgängig gemacht werden.
Die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter – als Teil der Daseinsvorsorge – muss absolute Priorität haben, ggf. auch mit Unterstützung öffentlicher Gelder.

Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger müssen hohe Summen für die Benutzung der Gleise und Bahnhöfe bezahlen. Ist der Infrastruktur-Betreiber – wie die Deutsche Bahn Netze – dennoch nicht in der Lage eine Verfügbarkeit auch bei Unwetter sicher zu stellen, muss der Eigentümer (der Bund) Konsequenzen ziehen und mit dem Betrieb der Infrastruktur ein leistungsfähigeres Unternehmen betrauen.

Eine derartige Beauftragung könnte auch streckenabhängig erfolgen, wie es beispielsweise die Länder mit dem Verkehr der Regionalzüge oder der Bund mit der Vergabe mancher Autobahnabschnitte an Privatunternehmen vorgemacht haben.

Wenn jetzt nicht sofort die Zuverlässigkeit der Schienen-Infrastruktur drastisch erhöht wird, wird das Systems Bahn dauerhaft Kunden an den Straßenverkehr verlieren, denn es ist einem Pendler nicht zu vermitteln, dass er trotz Monatskarte für Bus und Bahn einen privaten PKW für den Notfall vor der Tür bereit stehen haben muss.

Dauerbaustelle Sendlinger-Tor: Zusatzweichen würden Tramnetz flexibler machen

Die Erneuerung der Trambahngleise östlich des Sendlinger Tor Platzes wird statt 2 nun 4 Monate dauern, gab die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) am Mittwoch bekannt. Seit 8. Oktober wird an dieser lediglich ca. 200 Meter langen dreigleisigen Strecke zwischen Lindwurm- und Müllerstraße gearbeitet, zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember sollte der Fahrbetrieb urspünglich wieder starten. Baustellenbedingt ruht die Tramstrecke zum Isartor (kein Schienenersatzverkehr), auf der Strecke zum Ostfriedhof und weiter zur Schwanseestraße fahren Ersatzbusse.

„Die Fahrgäste leiden sehr unter den immer länger dauernden Gleisbauarbeiten“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Was früher unter rollendem Rad oder in einer Nacht gebaut wurde, wird inzwischen eine ganze Woche gesperrt. Eine 6-wöchige Großbaustelle im Jahre 1997 dauert inzwischen über 3 Monate“.

Mit ein paar zusätzlichen Weichen könnte das Tramnetz viel flexibler sein: Gäbe es beispielsweise in der Fraunhoferstraße auch Weichen nach rechts in die Müllerstraße, hätte man die aktuell abgehängten Strecken in Betrieb lassen können. Auch während der immer wieder stattfindenden Demonstrationen am Sendlinger Tor Platz wären die Trambahnen dann nicht mehr blockiert.

MVV-Tarifreform: Großer Meilenstein für Münchner Fahrgäste

Der Verbundrat und die Gesellschafterversammlung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) haben am Freitag nach langer Verhandlungszeit die MVV-Tarifreform beschlossen. Wenn nun noch der Münchner Stadtrat sowie die Kreistage der Verbundlandkreise zustimmen, wird der neue Tarif zum 9. Juni 2019 in Kraft treten.

„Für die Münchner Fahrgäste ist die Tarifreform ein großer Meilenstein“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Endlich fallen die hohen Preissprünge an den Zonengrenzen weg.“ Durch die neuen, oft auch günstigeren Fahrpreise werden noch mehr Münchner auf den ÖPNV umsteigen und die Straßen entlasten.

„Der beste Tarif nützt nichts, wenn die Verkehrsmittel dann hoffnungslos überlastet sind und man erst gar nicht einsteigen kann“, so Hofmeir weiter. Die Aktion Münchner Fahrgäste fordert deshalb einen schnellen und massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in München. „Wir brauchen weitere (zugelassene) U-Bahn-Züge, mehr Trambahnlinien und Busse. Und auch die Betriebshöfe müssen die zusätzliche Kapazität schaffen können“.

Neuer MVV-Geschäftsführer ist anerkannter ÖPNV-Fachmann

Am Mittwoch standen auf der Tagesordnung der außerordentlichen MVV-Gesellschafterversammlung ursprünglich zwei Themen: Der Beschluss der neuen Tarifreform, die nach aktuellem Stand Mitte 2019 in Kraft treten soll, sowie die Berufung des neuen MVV-Geschäftsführers. Der Beschluss der Tarifreform wurde erneut vertagt, dafür verlief die Bestellung des neuen MVV-Geschäftsführers Dr. Bernd Rosenbusch nach Plan. Dr. Rosenbusch tritt mit Wirkung zum 1. Oktober die Nachfolge des langjährigen MVV-Geschäftsführers Alexander Freitag an, der sich nach 21 Jahren Geschäftsführung in den Ruhestand verabschiedet.

„Dr. Bernd Rosenbusch gilt als ausgewiesener Fachmann in der Branche“, so Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste, „als aktueller Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn ist er bereits heute im Verbundrat und kennt den MVV und dessen Potentiale bestens“. Bei seiner Bewerbung überzeugte Dr. Rosenbusch die MVV-Gesellschafter u. a. auch mit einem schlüssigen Konzept, wie er den MVV weiterentwickeln will.