4 Prozent, 5 Prozent … darf “s ein bißchen mehr sein???

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 22.11.2000 (26/2000)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Der MVV will seine Tarife erhöhen. Am Freitag, 24. November 2000 soll die Gesellschafterversammlung (Freistaat, Landeshauptstadt und Landkreise) den entsprechenden Beschluß fassen. Bisher waren sich die Verkehrsunternehmen noch nicht einig, diese Einigkeit soll in einer vorgeschalteten Verbundratssitzung hergestellt werden. Die Öffentlichkeit und die demokratischen Gremien bleiben außen vor. Lediglich der Aufsichtsrat der Stadtwerke muß dann noch zustimmen – wohl eine reine Formsache. Mit der privatrechtlichen Organisation der Stadtwerke hat der Stadtrat hier sein Mitspracherecht aufgegeben.

Wir meinen: Ein MVV-Tarif, der lediglich in den nichtöffentlichen Sitzungsälen zustandegekommen ist, kann so einfach nicht genehmigt werden. Es muß der kritischen Öffentlichkeit und den Fahrgastvertretungen möglich sein, gegenteilige Ansichten vorzubringen.

Hinter vorgehaltener Hand konnte man zwar im Rathaus ein paar Dinge in Erfahrung bringen – recht überzeugend waren sie nicht.

Wir sind der Ansicht, daß nach der kräftigen Tariferhöhung in diesem Jahr (6,6 Prozent) nicht schon wieder 5 Prozent fällig sein können. Bei drei Prozent könnte man es mit einem ’naja‘ durchgehen lassen. Wir, die Aktion Münchner Fahrgäste, haben bisher die Tariferhöhungen im Grundsatz mitgetragen, da eine Leistungseinschränkung das größere Übel gewesen wäre. Aber in einem Jahr, in dem bei der Stadt sogar mit Leistungseinschränkungen hingenommen werden mußten sind 5 Prozent wirklich zuviel.

Das Angebot XXL (Tageskarte für die erste Außenzone) mildert wohl den Groll der Landkreise, allerdings bleibt das Unding mit der 10-streifigen Mehrfachkarte. Hier waren es früher 12 Streifen, also eine Zahl, die auch durch 4 und 6 teilbar ist. Daß wir Monatskarten und Wochenkarten haben wollen, deren Geltung an einem beliebigen Tag beginnt und nicht nur am Montag und am Monatsersten ist hinlänglich bekannt.

Das ‚Mindesthaltbarkeitsdatum‘ für die Streifenkarte würde des ewige Gezänk um die Rückgabe von Karten und die freche Bearbeitungsgebühr von drei Mark überflüssig machen.

Wir fordern, daß der neue MVV-Tarifwunsch der Verkehrsunternehmen erst öffentlich diskutiert wird, bevor die MVV-Gesellschafterversammlung darüber beschließt.

Wir sagen zu 3 Prozent ’naja‘, aber zu 5 Prozent NEIN!

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