Pressegespräch zum MVV-Tarif 2001

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 26.11.2000 (27/2000)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Die Aktion Münchner Fahrgäste ist seit 1989 aktiv. Wir haben uns erfolgreich für den Erhalt der weiß-blauen Trambahn als System neben Bus und U-Bahn eingesetzt. Wir vertreten Fahrgastbelange und beschäftigen uns daher mit Tarif und Betriebsdurchführung.

Die für 2001 geplante Fahrpreiserhöhung lehnen wir ab. Bisher haben wir Erhöhungen mitgetragen, einfach aus der Überlegung heraus, daß ein ‚Zehnerl‘ mehr allemal besser ist, als eine Angebotsreduktion. Eine zusätzliche Taxifahrt belastet den Geldbeutel ja ganz erheblich.

Die Erhöhung für den Einzelfahrkarten- und Streifenkartenkunden im Jahr 2000 und jetzt wieder im Jahr 2001 übersteigt jedoch das Verantwortbare. Die Kundengruppe der Gelegenheitsfahrer darf nicht einfach ‚abgezockt‘ werden. Zumal da auch der Zeitkartenkunde bei Verlassen seiner Ringe auf die Einzelfahrkarten und die Streifenkarte angewiesen ist.

Grundsätzlich müssen wir das Verfahren zur Preisbestimmung kritisieren: Bisher mußte wenigstens in öffentlicher Sitzung ein Beschluß des Münchner Stadtrates herbeigeführt werden. Da waren wenigstens noch Änderungen möglich. Beispiel ist die freie Fahrt für die Zamperl. Jetzt entscheiden ausschließlich Beamte der Verwaltung über den Tarif. Das wäre noch hinzunehmen, wenn die Verkehrsangebote über einen Wettbewerb der Unternehmen zustandegekommen wären. Noch gibt es hier aber Monopole, die durch Konzessionen geschützt sind.

Wir fordern einen transparenten Entscheidungsprozeß: Die begründeten Vorstellungen der Verkehrsunternehmen werden vorgetragen – und die Gesellschafterversammlung entscheidet nach Anhörung der Fahrgastverbände. Besser wäre allerdings, wenn die Beschlüsse wieder im Stadtrat gefällt würden. Denn dort wird auch über den Zuschuß für den Linienverkehr entschieden.

Wir kritisieren die absolute Höhe dieser Tariferhöhung! Ein Sprung von 10 Prozent für die Streifenkarte ist nicht tragbar. Wir können uns dies nur damit erklären, daß diese bei den Münchnern beliebte Fahrkarte, die aber von den Verkehrsunternehmen nicht gerne gesehen wird (man braucht ein spezielles Automatenfach), künstlich ins Abseits gestellt werden soll. Die Erhöhung der grünen Karte um 6,2 Prozent zeugt nicht von einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik.

Viele bereits in der Vergangenheit vorgetragenen Punkt bleiben weiter unerledigt:

  • Zeitkarten mit Beginn der Gültigkeit an jedem Tag
  • 24-Stundenkarte statt Tageskarte
  • Ungerechtigkeit beim Überfahren von Zonengrenzen (2 Bahnhöfe sind eine Kurzstrecke, ab dem dritten Bahnhof ist es eine 2-Zonenfahrt)

Und das Theater mit der Rückgabe nicht aufgebrauchter Streifenkarten: Wir fordern einfach ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 5 Jahren, das auf jede Fahrkarte aufgedruckt wird. Der Rückgabezirkus und die Gebühr von 3 Mark sind für den Fahrgast unerträglich.

Wir fordern einen Nachbesserungsbeschluß der Gesellschafterversammlung.

Wir werden uns mit Flugblättern und Unterschriftenlisten wieder an die Haltestellen und Bahnhöfe begeben. Ab sofort kann unter der Internetadresse www.Fahrgaeste.de ein Dokument für die Unterschriftenliste heruntergeladen werden.

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