War der Tod eines U-Bahnfahrgastes unvermeidbar?

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 25.09.2011 (54/2011)

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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am Samstag, 24. September 2011, kam es gegen 23:55 Uhr zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang im Münchner U-Bahnhof Westpark. Ein 23 Jahre alter Mann stürzte offensichtlich betrunken vom menschenleeren Bahnsteig in den Gleisbereich. Er geriet zwischen Bahnsteigkante und U-Bahnzug. Dabei wurde er schwer verletzt und verstarb in einer Münchner Klinik trotz intensiver ärztlicher Bemühungen. Der U-Bahnfahrer erlitt einen Schock.

‚Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des verstorbenen U-Bahnfahrgastes und dem betroffenen U-Bahnfahrer!‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Dieser tödliche Unfall muß aber jetzt der Anlaß sein, die Münchner U-Bahn sicherer zu machen und eine Gleisbettüberwachung einzubauen. Es gibt technische Möglichkeiten, die spätestens jetzt genutzt werden müssen!‘

Der Münchner Stadtrat Georg Kronawitter hat sich schon mehrfach für eine Verbesserung der Sicherheit an den Bahnsteigen eingesetzt. Leider stieß er immer bei den Verantwortlichen der Stadtwerke München auf taube Ohren. Jetzt muß der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude wieder einmal ein Machtwort sprechen und den Einbau von Sicherheitseinrichtungen anordnen! Es dürfen nicht noch mehr Menschen durch eine fehlende Gleisbettüberwachung sterben.

Grundsätzlich können wir nur allen Fahrgästen raten, die notwendige Vorsicht auf den Bahnsteigen walten zu lassen. Ganz wichtig ist aber auch der Hinweis, daß es unter den Bahnsteigen der Münchner U-Bahn und in den Tunnelbahnhöfen der S-Bahn einen Fluchtraum gibt. Dort kann man sich in Sicherheit bringen, sollte man in den Gleisbereich geraten. Es droht an dieser Stelle auch keine Gefahr durch die Stromversorgung der U-Bahn. Es ist genügend Platz, nur nicht sehr sauber. Sollte ein anderer Fahrgast einen derartigen Fall beobachten, so kann der nächste U-Bahnzug mit einer Betätigung des ‚Nothalt‘ am Bahnsteig an der Einfahrt gehindert werden. Diese Möglichkeit besteht nicht bei der S-Bahn. Wichtig ist, daß man stets an die eigene Sicherheit denkt. Das Betrieb- und Aufsichtspersonal muß informiert werden. Couragierte Fahrgäste konnten in der Vergangenheit schon Menschen retten, die in den Gleisbereich geraten waren. Das richtige Handeln hängt natürlich von jedem Einzelfall ab.

Wir hoffen, daß in absehbarer Zeit die Frage ‚War der Tod eines U-Bahnfahrgastes unvermeidbar?‘ eindeutig beantwortet werden kann und nicht finanzielle Erwägungen eine wichtige Rolle spielen.

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