Fahrgastverband fordert Gleisbettüberwachung

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 27.11.2011 (61/2011)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Am Sonntag, 27. November 2011, gegen 06:30 Uhr, befand sich ein 24-jähriger Münchner auf dem Bahnsteig des Gleises 2 im U-Bahnhof ‚Am Hart‘. Da er offensichtlich stark alkoholisiert war, stürzte er ohne Fremdeinwirkung in den Gleisbereich. Er blieb dann dort bewußtlos etwa drei bis vier Minuten liegen. Dann fuhr ein Zug der U2 stadteinwärts in den Bahnhof. Der 58-jährige U-Bahnfahrer konnte allerdings trotz einer Vollbremsung nicht mehr verhindern, dass er den 24-Jährigen erfaßte. Durch den Zusammenprall wurde der 24-Jährige tödlich verletzt und verstarb noch an der Unfallstelle. Der U-Bahnfahrer erlitt einen Schock. Die U-Bahnstrecke wurde für 1 ¾ Stunden in beiden Fahrtrichtungen ab dem U-Bahnhof ‚Am Hart‘ gesperrt.

Ein ähnlicher Unfall hatte sich bereits am 24. September 2011 am Münchner U-Bahnhof ‚Westpark‘ ereignet. Dort stürzte ein 23 Jahre alter Mann vom menschenleeren Bahnsteig auf das Gleis und wurde ebenfalls tödlich verletzt. Damals schon forderte der Fahrgastverband eine Gleisbettüberwachung für die Münchner U-Bahn. Diese technische Einrichtung sorgt dafür, daß Personen oder Gegenstände, die sich im Gleisbereich befinden, erkannt werden. Die Chance, daß ein herannahender U-Bahnzug rechtzeitig gestoppt werden kann, vergrößert sich erheblich.

‚Auch in diesem Fall gilt unser Mitgefühl den Angehörigen des verstorbenen U-Bahnfahrgastes und dem betroffenen U-Bahnfahrer!‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Wieviele Fahrgäste müssen denn noch sterben, bevor die Verantwortlichen handeln? Die Münchner U-Bahn muß jetzt sofort sicherer gemacht werden!‘

Auch der Münchner Stadtrat Georg Kronawitter hat sich schon mehrfach für eine Verbesserung der Sicherheit an den Bahnsteigen eingesetzt. Leider stieß er immer bei den Verantwortlichen der Stadtwerke München auf taube Ohren.

Grundsätzlich können wir nur allen Fahrgästen raten, die notwendige Vorsicht auf den Bahnsteigen walten zu lassen. Ganz wichtig ist aber auch der Hinweis, daß es unter den Bahnsteigen der Münchner U-Bahn und in den Tunnelbahnhöfen der S-Bahn einen Fluchtraum gibt. Dort kann man sich in Sicherheit bringen, sollte man in den Gleisbereich geraten. Es droht an dieser Stelle auch keine Gefahr durch die Stromversorgung der U-Bahn. Es ist genügend Platz vorhanden,der nur nicht sehr sauber ist. Sollte ein anderer Fahrgast einen derartigen Fall beobachten, so kann der nächste U-Bahnzug mit einer Betätigung des ‚Nothalt‘ am Bahnsteig an der Einfahrt gehindert werden. Diese Möglichkeit besteht nicht bei der S-Bahn. Wichtig ist, daß man stets an die eigene Sicherheit denkt. Das Betrieb- und Aufsichtspersonal muß informiert werden. Couragierte Fahrgäste konnten in der Vergangenheit schon Menschen retten, die in den Gleisbereich geraten waren. Das richtige Handeln hängt natürlich von jedem Einzelfall ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.