Der Feinstaub und der MVV

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 10.10.2012 (50/2012)

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de

Unbestritten besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und dem motorisierten Individualverkehr. Was hat das aber mit dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) zu tun? Ganz einfach, bei hohen Dieselpreisen würden viele Autofahrer umsteigen, wenn sie auf ein attraktives Angebot an Linienverkehrsmitteln stoßen würden. Einen Umsteiger würde aber derzeit vielfach schon ein fehlender Sitzplatz, ein unzuverlässiger Betrieb oder gleich die fehlende Verbindung zurück ins Auto treiben.

Bevor nun die politisch Verantwortlichen in einen ‚Da-kann-man-eh-nix-machen‘-Dämmerzustand verfallen, sollten sie sich in ihrem jeweiligen Verantwortungsgebiet um Lösungen, um schnell wirksame Lösungen kümmern.

S-Bahn

Das Sofortprogramm der Bayerischen Staatsregierung vom Mai 2012 muß mit Elan umgesetzt werden. Für eine Kapazitätsausweitung bei den Triebzügen muß eine Lösung, die auch für den bisherigen Betreiber darstellbar ist gefunden werden. Niemand kauft sich Spezialzüge, wenn er sich bald einer Ausschreibung stellen muß.

U-Bahn

Der U-Bahnbau in München ist abgeschlossen. Es muß sich darauf konzentriert werden, die bestehenden Stecken leistungsfähiger zu machen. Mittelfristig wird kein Weg an einem automatischen Betrieb im 90-Sekunden-Takt vorbeiführen.

Trambahn

Nachdem das Fahrzeugproblem hoffentlich in einem Jahr gelöst ist, muß über dringend notwendige Netzergänzungen nachgedacht werden. So läßt sich eine Trambahnstrecke über die Friedenheimer Brücke schnell realisieren. Im Störungsfall können die Linien 16, 17, 18 und 19 über den jeweils parallel führenden Linienast weitergeführt werden. Sogar ein Ersatzverkehr für die S-Bahn wird schnell möglich.

In der Innenstadt werden zusätzliche Wendemöglichkeiten und Umleitungsstrecken benötigt. So fehlt zum Beispiel eine Verbindung der Trambahnstrecke (Tram 27) von Schwabing mit der nördlichen Innenstadtumfahrung (Tram 19). Auch die Wiesnschleife mit direktem U-Bahnzugang wäre nicht nur während des Oktoberfestes eine wichtige Qualitätsmaßnahme.

Metrobus

Die fehlenden Metrobus-Tangenten müssen verstärkt oder wieder eingerichtet werden. Die Beschleunigung der Buslinien dar nicht weiter ein kümmerliches Dasein fristen.

Regionalbus

Genauso wie in der Stadt müssen leistungsfähige MVV-Regionalbuslinien für den Fahrgast erkennbar sein. Vielleicht muß man über einen ‚Regional-Schnell-Bus‘ nachdenken. Langfristig muß auch in der Region ein angepaßtes Schienenverkehrsmittel eingeführt werden.

‚Wir fordern die Politiker auf, jetzt endlich einmal Taten folgen zu lassen‘, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. ‚Gerade in den kommenden Wahljahren werden die Fahrgäste sehr wohl bewerten, welches Projekt tatsächlich in Angriff genommen wurde, oder was als Wunsch-Utopie immer nur versprochen und in Aussicht gestellt wurde.‘

Der Fahrgastverband glaubt zum Beispiel nicht, daß ein Parkhaus am Tierpark einen Beitrag zur Feinstaubverminderung leistet. Ein verbilligtes Zooticket für MVV-Fahrgäste (auch für die mit einer Zeitkarte) schon.

‚Nur ein konsequenter Kapazitätsausbau bei den MVV-Verkehrsmitteln kann die Umwelt- und Verkehrsprobleme der Metropolregion München lösen‘, so Nagel abschließend.

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