Lokreport

12.03.2007

Neue Verhandlungsrunde in Punkto Semesterticket

TU-Studenten wollen Stadtwerke und MVG jetzt vom so genanntem Sockel-Modell überzeugen.

Bereits seit mehreren Jahren diskutieren Studenten mit der Stadt und den Nahverkehrs-Chefs über ein Semesterticket. Nun ging die Debatte in eine nächste Runde. Diesmal hatten sich die Studentenvertreter allerdings besonders gut vorbereitet und konnten mit einer bis ins Detail ausgearbeiteten Präsentation aufwarten. Diagramme, Umfragedaten und verschiedenen Modellvarianten verdeutlichten ihre Überlegungen. Seit etwa zwei Jahren sucht eine kleine Arbeitsgruppe an der Technischen Universität (TU) München nach einer praktikablen Lösung für studentische Billigtarife beim Nahverkehr. Die Hochschulleitung hat sie dabei hinter sich. Denn wer beispielsweise regelmäßig zwischen den drei TU-Standorten München, Garching und Weihenstephan pendeln müsse, zahle unter Umständen bis zu 1000 Euro im Jahr, so Christian Briegel vom Fachschaftenrat.

Viele Kommunen bieten ein Semesterticket an. Auch in anderen Millionenstädten wie Berlin oder Hamburg ist dies Gang und Gebe. In München scheiterten die Verhandlungen bereits seit über zwölf Jahren an der widersprüchlichen Tatsache, dass der hiesige Nahverkehr sozusagen zu gut ist für ein Semesterticket. Ein günstigeres Angebot für Studenten darf nicht dazu führen, dass am Ende weniger Geld in der Kasse der Verkehrsbetriebe ist, so die rechtliche Vorgabe. Zwar würde man mit einem Semesterticket Vertriebskosten sparen, dies wäre allerdings nur mit vielen zusätzlichen Fahrgästen zu erreichen. Doch in München nutzen bereits viele Studenten die öffentlichen Verkehrsmittel. Dies noch deutlich zu steigern, scheint nur schwer möglich.

Dadurch wären die Beträge, die jeder Student mit seinen Semestergebühren für ein Ticket berappen müsste, zu hoch geworden, so Armin Rosch, Geschäftsführer des Münchner Studentenwerks. Das letzte Verhandlungsangebot habe für den Innenraum bei knapp 100 Euro für sechs Monate gelegen. Angesichts der Preise im bislang für Studenten gültigen Ausbildungstarif II immer noch günstig, aber als generelle Entrichtung für alle laut Rosch juristisch anfechtbar. Ähnlich lauten auch die Begründungen von den Stadtwerken und der MVG.

Deshalb haben die TU-Studenten sich vor allem ein so genanntes Sockelmodell, wie es beispielsweise in Stuttgart praktiziert wird, konzentriert. In diesem System muss jeder Student nur etwa 30 Euro im Semester zahlen. Dafür kann er den MVV abends und an den Wochenenden nutzen. Wer keine Zeiteinschränkung möchte, muss allerdings noch einmal Einiges drauf legen. Dies ist dann abhängig von der gewünschten Zone (Innenraum, Außenraum oder Gesamtnetz). In einer Online-Umfrage, an der sich immerhin ein Drittel aller Studenten beteiligt hätten, habe sich die Mehrheit für ein solches Modell ausgesprochen. Testen wollen die Studenten das Ticket vorerst in einer einjährigen Pilotphase. Bei Erfolg könnte es verlängert und auch auf die anderen Münchner Hochschulen erweitert werden.

Die Stadtwerke und der MVV halten sich zunächst sehr bedeckt. Sie sich nun erst einmal in Ruhe mit den Vorschlägen beschäftigen und sie 'bewerten'. Armin Rosch hat diesmal auf jeden Fall mehr Hoffnung. 'Ein Sockelmodell wäre umsetzbar', so seine Einschätzung.



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